Wer Atomkraft stoppen kann. Über eine Strategie gegen Atomkraft, die im Kleinen beginnt.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 22. Mai 2019 (05:00)

Wenn eine Woche vor der EU-Wahl der Atomkraft-Widerstand auf die ÖVP-Fahnen im Bezirk geheftet wird, hat das – auch – wahltaktische Gründe. Trotzdem ist das Thema wichtig.

Bürgern aus der Grenzregion sind die Gefahren mehr als bewusst. Spricht man Bürgermeister mit regem Kontakt zu tschechischen Amtskollegen an, wie „drüben“ über Atomkraft gedacht wird, offenbart sich ein Bild, dass schon vor 20 Jahren unter tschechischen Jugendlichen gang und gäbe war. Atomstrom ist sauber und billig. Wenn sich tatsächlich das Bild so hartnäckig verhaftet hat, wird eine These glaubwürdig: Die Tschechen sind möglicherweise zu wenig sensibilisiert.

Die Menschen und gerade die Bürgermeister sollten hier eine Rolle spielen: Sie müssen im persönlichen Gespräch eine zweite Perspektive auf die Atomkraft vermitteln. Das löst beim Gegenüber vielleicht nichts aus. Eines ist sicher: Steigt der Wissensstand, steigt die Chance, dass kritisch hinterfragt wird.