Darf‘s ein bisserl weniger sein?. Über den Radikalkurs der Post.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 05. Februar 2020 (04:50)

Darf‘s vielleicht ein bisserl noch weniger sein? Wenn es um die Infrastruktur im ländlichen Raum geht, dann scheint diese Frage der Renner zu sein. Bloß gehen der öffentlichen Hand die Dinge, die man uns noch wegnehmen kann, allmählich aus.

Postämter verlieren allmählich an Stellenwert. Doch die Entwicklung ist radikal: 2015 wurde das Postamt in Geras geschlossen, nun steht jenes in Eggenburg auf der Abschussliste. Bleibt nur mehr das Postamt in Horn. Gerade in kleinen Gemeinden wird es zudem immer schwieriger, Postpartner zu finden.

Der Staat privatisiert munter seine Betriebe, unterwirft sie eiskalt den Mechanismen des Marktes. Plötzlich tauchen Argumente wie „wirtschaftlich negativ“ auf: Was keinen Gewinn abwirft, wird aussortiert. Für eine ausgewogene Grundversorgung der Bevölkerung ist diese Denkweise ein Wahnsinn. Sie widerspricht dem Sinn jedes öffentlichen Eigentums – das ein Betrieb wie die Post AG aber immer noch mehrheitlich ist.