Was kann der Unbekannte?. Über den neuen Trainer beim SV Horn.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 12. August 2020 (02:08)

Mehr Last Minute geht eigentlich gar nicht. Immerhin stand der Deal schon vor dem Trainingsstart am Montag, ins Trainingslager nach Kössen, wohin der SV Horn bereits am Dienstag aufbricht, reist der neue Trainer Alexander Borodjuk aber erst am Mittwoch nach.

Warum man sich just auf den Russen einigte, damit will man beim SV Horn noch nicht wirklich rausrücken. Das nährt die Gerüchte, dass der Trainerdeal mit einem Sponsorendeal verknüpft sein könnte.

Jedenfalls ist Alexander Borodjuk in seiner Heimat und auch in Deutschland, wo er für Schalke einst der erste Sowjetspieler in der Bundesliga war, eine Legende. Hierzulande liefen seine Tätigkeiten bislang eher unter dem Radar ab. Seine Vita spricht aber zum Teil für sich selbst. Als Co-Trainer unter Guus Hiddink hat er sich seine Sporen in der Russischen Nationalmannschaft verdient. Danach bei Dynamo Moskau, bei Qairat Almaty (mit dem Klub holte er den Supercup in Kasachstan) oder zuletzt beim Kasachischen Nationalteam.

Ein großer Vorteil ist, dass Borodjuk im Gegensatz zum letzten ausländischen Trainer in Horn, Masanori Hamayoshi während der Japan-Ära, der deutschen Sprache mächtig ist. Die wird es brauchen. Borodjuk übernimmt nämlich keine eingespielte Mannschaft, sondern muss, während er sich selbst im Waldviertel eingewöhnt, auch noch die beinahe täglich eintrudelnden Horner Neuzugänge zu einer Einheit formen.

Das ist eine große Aufgabe. Gelingt sie dem Russen, dann wird er aber auch hierzulande dem Legendenstatus ein kleines Bisschen näherrücken.