Schauen, dass ein Gerüst bleibt. Über den bevorstehenden Total-Umbau beim SV Horn.

Von Bernd Dangl. Erstellt am 08. Juli 2020 (05:37)

Stark, effizient und abgebrüht – so präsentierten sich die Horner beim 3:1-Sieg über Blau Weiß Linz, zuletzt immerhin Ried-Bezwinger. Seit dem Trainerwechsel läuft‘s bei Horn wieder, zeigt die Mannschaft, welches Potenzial eigentlich in ihr steckt und warum sie im Herbst zwischenzeitlich sogar auf Platz zwei stand. Denn aktuell ist trotz vieler Ausfälle kein Leistungsabfall da – im Gegenteil …

Mit dieser Horn-Mannschaft wird’s aber so nicht weitergehen: Fix ist, dass nach dem Meisterschaftsabpfiff der nächste Totalumbau ins Haus steht. Einige Leistungsträger sind schon weg, weitere werden folgen (siehe Artikel links). Jede Formation muss quasi neu aufgestellt werden. Wichtig wird sein, dass es in den kommenden Wochen bei diesen Abgängen bleibt, und dass nicht noch eine Handvoll dazu kommt. Anders gesagt: Ein gewisses Gerippe an gestandenen 2. Liga-Kickern muss schon bleiben, um die Neuen einzubauen.

Vorteil: Horn ist quasi ein Profi, wenn es um einen Totalumbau der Mannschaft geht. Im vergangenen Jahrzehnt waren so viele Spieler da, deren Namen man mittlerweile vergessen hat. Einige schafften den Durchbruch, wie zuletzt Ercan Kara, der via Horn den Sprung vom Ostliga-Bomber zum Rapid-Goalgetter schaffte.

Der Nachteil ist aber, dass es eine gewisse Kontinuität braucht, um wirklich in die Spitze vorstoßen zu können. Das beste Beispiel gibt‘s in der Bundesliga: Red Bull Salzburg verbrannte jahrelang Millionen mit einem Umbau nach dem nächsten. Erst als personelle Kontinuität einsetzte, gab‘s Erfolg. An das sollte auch Horn denken.