Kein Jazz, aber Geras klingt . Corona macht Konzerte im Jazzclub Drosendorf unmöglich. Konzert im Marmorsaal des Stiftes Geras ist hingegen (fast) fix.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 28. Oktober 2020 (04:56)
Symbolbild
Widhalm/NÖN

Weiter zu schaffen macht die Coronakrise den Kultur-Veranstaltern im Norden des Bezirks: Während in Geras die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass das letzte Konzert des Jahres am 21. November über die Bühne wird gehen können, bleibt der Jazzkeller in Drosendorf im Jahr 2020 fix geschlossen.

Geras-klingt-Obfrau Gerlinde Hofbauer.
Martin Kalchhauser

Wie Jazzclub-Obmann Hannes Fröhlich gegenüber der NÖN sagt, muss der Club die Herbstsaison nach nur zwei Konzerten vorzeitig beenden. Schon das für 24. Oktober geplante Konzert der Gruppe „Velvet Voices“ musste abgesagt werden, jetzt wurden aufgrund der verschärften Restriktionen der Bundesregierung auch die für November und Dezember geplanten Konzerte mit „Pure Desmond“ (14. November), „Mozart & Gulda with Batik in Between“ (28. November) und „Ladies’ Sound“ (5. Dezember) abgesagt und auf das nächste Jahr verschoben werden.

Schon bisher sei es für den Jazzclub mit der reduzierten Sitzplatzanzahl sehr schwierig gewesen, finanziell über die Runden zu kommen. Das nun verhängte Ausschankverbot und das Maskentragen während des Konzertes habe nun ein übriges zur Entscheidung beigetragen. „Durch die neuen Bestimmungen hat sich die Situation weiter zugespitzt und eine Durchführung von Konzerten ist in jeder Hinsicht für uns nicht mehr sinnvoll“, so Fröhlich.

Massive Bemühungen bleiben unbelohnt

Besonders bitter: Der Club hat sich durch Umbauten und weitere Maßnahmen intensiv bemüht, den Jazz-Fans der Region in dieser schwierigen Zeit Momente der Zerstreuung zu bieten. „Aber die jetzigen Umstände machen eine Veranstaltung vor allem wirtschaftlich unmöglich“, meint Fröhlich. Dennoch richte er den Blick nach vorne und hofft, dass im nächsten Jahr die Normalität wieder einkehren wird.

Jazzclub-Obmann Hannes Fröhlich.
Martin Kalchhauser

Anders als in den beengten Räumlichkeiten des Drosendorfer Jazzclubs bietet der Marmorsaal im Stift Geras Platz genug, um das entsprechende Abstandhalten zu gewährleisten. Daher wird das Konzert von Zsófia Boros und Benedikt Dinkhauser am 21. November auch zu 99 Prozent über die Bühne gehen können. Zuletzt war der Andrang auf Karten schon groß, das Publikum könne also zur Entscheidungsfindung, ob gespielt wird oder nicht, beitragen: „Indem man sich rasch für das Konzert anmeldet“, sagt sie. Im Zweifel werde man aber auf Nummer sicher gehen und absagen, denn: „Ich wüsste nicht, wie es mir geht, wenn bei uns etwas passiert“, sagt Hofbauer.

Denn: „Wir wissen noch nicht, welche Verschärfungen noch kommen werden“, hängt Organisatorin Gerlinde Hofbauer noch etwas in der Luft. Dabei tun sie und ihr Team alles Erdenkliche, um den vielen Stammgästen das Konzert zu ermöglichen. Ein Präventivkonzept, das sogar strenger als erforderlich ist, soll das Konzert möglich machen. Schon beim letzten Konzert wurde den Gästen vor der Kassa Fieber gemessen, nach dem Bezahlen – und dem Hantieren mit Wechselgeld – ging es zum Händedesinfizieren. Neben dem Tragen von Mundnasenschutzmasken wie mittlerweile vorgeschrieben wird auch auf entsprechende Abstände im Saal geachtet.

Fix abgesagt ist indes das Kinderprogramm: Das Stück „Pinocchio“, das für den 14. November geplant war, wird wegen Corona nicht gespielt.