Kraftwerk Rosenburg: Frist für Stellungnahmen endete. Gegner übermittelten 420 Unterschriften gegen Wasserkraft-Projekt. EVN-Pressesprecher Zach: „Pauschale Verunglimpfungen.“

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 27. Juni 2018 (04:24)
Clemens Feigl
Engagieren sich in der Bürgerinitiative gegen den geplanten Ausbau des Kraftwerks Rosenburg: Clemens Feigel, Stefan Glaser, Erni Mangold, Anne Bennent, Sibylle Steidl und Barbara Zohner (von links). Foto: Clemens Feigl

Die Stellungnahme-Frist im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung zum von der EVN geplanten Ausbau des Kraftwerks Rosenburg endete am 15. Juni.

Bürgerinitiative: Experten haben UVP durchleuchtet

Die Bürgerinitiative „Lebendiger Kamp – Nein zum Ausbau des Kraftwerks Rosenburg“ erklärte nun, dass sie bis zum Fristende mehr als 500 Unterschriften in den Gemeinden Rosenburg-Mold, Altenburg, Horn, Gars, Meiseldorf und Burgschleinitz gesammelt habe, davon seien 420 rechtzeitig an das Amt der Landesregierung weitergeleitet worden. Daher habe die Bürgerinitiative um die Zuerkennung der Parteienstellung im UVP-Verfahren angesucht.

Laut Bürgerinitiative haben Experten von Naturschutzbund Niederösterreich, Forum Wissenschaft und Umwelt, Lanius, Riverwatch und WWF die Umweltverträglichkeitserklärung der EVN durchleuchtet – und dabei „gravierende Mängel und fachlich nicht nachvollziehbare Schlussfolgerungen im Sinne der EVN“ festgestellt.

„Durch die geplante Unterwasserausbaggerung von 1,5 Kilometer und die Stauanhebung werden geltende gesetzliche Bestimmungen – wie die EU-Naturschutzrichtlinien, die EU-Wasserrahmenrichtlinie und der NÖ-Landschaftsschutz – verletzt“, heißt es in einer Aussendung von Sibylle Steidl, Vertreterin der Bürgerinitiative. Aus Sicht der NGOs sei das EVN-Projekt daher als „nicht genehmigungsfähig“ zu bewerten.

Angst vor negativen Umweltauswirkungen

Konkret befürchten die Kraftwerksgegner Verschlechterungen für geschützte Tier- und Pflanzenarten, eine Verschlechterung der Fließdynamik mit negativem Einfluss auf den Fischbestand und Wasserqualität sowie eine Absenkung des Grundwasserspiegels. „Die Umweltschützer sind überzeugt, dass die Stromausbeute des Kraftwerkes in keinem Verhältnis zur Umweltzerstörung steht“, so Steidl, die weiter meint: „Es ist nicht vorstellbar, wenn dort täglich lärmende Lkw und Bagger die Landschaft zerstören.“

EVN-Pressesprecher Stefan Zach wollte auf NÖN-Nachfrage die Aussendung nicht kommentieren, weil sie „pauschale Verunglimpfungen“ enthalte und „substanzielle Fehler“ aufweise. Nach dem Ende der Auflagefrist sei nun die Behörde am Zug. „Die wird sich die Einsprüche ansehen und sie dann bewerten“, meint Zach.

Stelle die Behörde fest, dass ein Punkt noch nicht gut genug beleuchtet sei und neue Aspekte auftauchen, werde man die notwendigen Unterlagen einreichen. Er gehe davon aus, dass das Projekt auch angesichts der „sehr strengen Umweltgesetze in Österreich“ genehmigungsfähig sei. In diesem Fall werde man bei der Umsetzung penibel darauf achten, die Beeinträchtigung für die Menschen in der Umgebung so gering wie möglich zu halten.

Er bekräftigte erneut, dass für den Ausbau keine neuen Wege durch den Wald gebaut werden müssten. Es komme nur zu Befestigungsmaßnahmen auf bestehenden Wegen. „Und das müssten wir sogar dann machen, wenn wir das ganze Kraftwerk wegreißen“, so Zach.

Das Projekt sei kein „Mega-Projekt, sondern ein maßvolles“. Wolle man den Weg weg von fossilen Brennstoffen zu erneuerbaren Energieformen und angesichts des steigenden Strombedarfs trotz aller Einsparungsbemühungen, müsse man alle Formen der erneuerbaren Energie (Sonne, Wind, Wasserkraft und Biomasse) ausbauen.

Umfrage beendet

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