Kunstwerk gerettet. Übersiedlung / Oswald Liebharts Betonrelief im alten Hallenbad dank dem Verein „Horn am Sonnsee“ vor der Zerstörung bewahrt.

Erstellt am 05. Dezember 2012 (00:00)
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Haben den Bagger gestoppt, um das im Jahr 1974 geschaffene Kunstwerk des Horners Oswald Liebhart zu retten: Stadtrat Ludwig Schleritzko (rechts) und Baumeister Christian Melber. Foto: Rupert Kornell
Von Rupert Kornell

HORN / „Vielleicht kann die Wand später beim neuen Hallenbad oder bei einem doch noch realisierten ,Sonnsee‘ wieder aufgebaut werden“, lächelt Christian Melber, als er beim Exklusiv-Gespräch mit der NÖN auf eine mögliche Verwendung des Kunstwerks hinweist.

Im ehemaligen Hallenbad, das sukzessive abgewrackt wird, befand sich an der Stirnseite gegenüber dem Buffet ein vom Horner Künstler Oswald Liebhart im Jahr 1974 gestaltetes Betonrelief, dass in verschiedenen Grautönen, in Blau und in Gelb die Landschaft, das Wasser und die Sonne symbolisierte.

„Was damit geschehen soll, wie wir es retten können und wer die Kosten trägt, das hat mir schlaflose Nächte bereitet“, gesteht Stadtrat Ludwig Schleritzko. „Aber mit Christian Melber habe ich nach etlichen Absagen jemanden gefunden, der sich der Sache annimmt.“

Melber ist NÖN-Lesern kein Unbekannter: Im Vorfeld der Landesausstellung 2009 machte er mit einer interessanten Idee, nämlich den „Sonnsee“ in der Senke zwischen Horn und Frauen hofen verwirklichen zu wollen, auf sich aufmerksam.

Tennisplatz vorläufig neue Heimstätte 

„Mehr als 30 Jahre haben viele tausend Badegäste dieses Objekt gesehen, vielen ist es auch heute noch immer klar vor Augen. Und das soll einfach abgerissen werden?“ fragt er und beantwortet die Frage gleich selbst: „Meine Baufirma Alpson streckt das Geld, in Summe werden es rund 20.000 Euro sein, einstweilen vor, durch Kunst- und Hornfreunde, die natürlich auf der Wand verewigt werden, und Vereinsaktivitäten soll das Geld wieder hereinkommen.“ So hat er es jedenfalls mit seinen Vorstandkollegen aus Harth und Gars, Fritz Mandl und Josef Blauensteiner, vereinbart.

Noch in dieser Woche soll das 17,5 m lange, 3,5 m hohe und 25 cm dicke, rund 40 Tonnen schwere Kunstwerk auf einen Tieflader verladen und von der Kieselbreitengasse auf seinen – vorläufigen – Bestimmungsort gebracht werden.

Christian Melber: „Der Tennisclub hat sich bereit erklärt, dass wir auf der Stirnseite der Plätze die Wand auf einem neu zu errichtenden Fundament aufstellen, die ,rohe‘ Seite in Richtung Platz, womit sie als Trainingswand dienen kann, die ,künstlerische‘ in Richtung jener Senke, in der möglicherweise einmal der ,Sonnsee‘ liegen könnte.“ Eine andere mögliche Variante hat Schleritzko im Hinterkopf: „Vielleicht kann man sie auch in einem Bereich des Geländes beim neuen Pflegeheim aufstellen.“

Wer spenden will: Verein Horn am Sonnsee, Konto-Nr. 4315628, BLZ 43600.