Gars, Ravelsbach: Neues Leben für ehemaliges Panda-Gehege

Vor vielen Jahren schützten die Glaswände erst Rote Pandas und dann Waschbären, jetzt die Ravelsbacher vor Verkehrslärm.

Erstellt am 25. November 2021 | 08:06

Viele Garser werden sich noch daran erinnern, dass sie in den 90er-Jahren zum „Panda-Schauen“ in den Kurpark gekommen sind und die putzigen Tiere in ihrem verglasten Gehege beobachtet haben. Die Pandas gibt es schon seit vielen Jahren nicht mehr, seit etwa drei Jahren auch die Glaswände nicht. Sie dienen jetzt als Lärmschutzwand in Ravelsbach.

Es war Willi Dungl, der vor rund 30 Jahren in Kooperation mit dem Tiergarten Wien zwei Rote Pandas nach Gars brachte – und dem Restaurant im China-Zentrum (heute Reha-Klinik) den Namen „Zum Roten Panda“ gab. Trotz bester Pflege fühlten sie sich nicht so wohl wie gedacht, sie übersiedelten nach Frankreich. An ihrer Stelle wurden vor zehn Jahren Waschbären aus Oberösterreich dort angesiedelt, aber auch diese genossen nicht lange die Garser Gastfreundschaft.

Lange Zeit war das Gehege verwaist, bis Gemeinderat Alfred Gundinger, der in der Straßenbauabteilung Hollabrunn beschäftigt war, die Idee hatte, die Glastafeln abzubauen und – nach entsprechender Eignungsprüfung – als Lärmschutzwand zu verwenden.

Kostengünstige Lösung im Sinn der B 4-Anrainer

Als in diesem Jahr die Einfahrt nach Ravelsbach neu gestaltet wurde, führte man diese Wände nun ihrer angedachten Aufgabe zu. Entlang der B 4 haben die massiven Glastafeln eine neue Bestimmung gefunden. Auf 50 Metern schützen sie entlang der viel befahrenen Straße die dahinterliegenden Häuser vor dem Verkehrslärm. „Damit war allen geholfen“, erklärt der Ravelsbacher Straßenmeister Franz Auer. „Es bedurfte keiner kostspieligen Neuanschaffung, und eine seit langem bestehende Forderung der Anrainer der Bundesstraße konnte damit erfüllt werden.“

Und die Kulturgemeinde Ravelsbach wurde ihrem Leitbild gerecht: Die 34 knapp zwei Meter hohen Glaswände tragen neben dem überdimensionalen Schriftzug „Ravelsbach“ handgezeichnete Motive aus allen zur Gemeinde gehörenden Ortschaften. Umgesetzt und montiert wurde das kreative XXL-Werk auf knapp 100 Quadratmetern von der Burgschleinitzer Agentur mediadesign.

So können Garser, die nach Wien fahren oder von dort kommen, in Erinnerungen an frühere Zeiten schwelgen …