Klinik-Fest in der Kritik. Bei Sommerfest des Landesklinikum Horn sollen sich 15 Mitarbeiter mit Covid infiziert haben. Gesundheit Waldviertel: „Zusammenhang unwahrscheinlich“.

Von Thomas Weikertschläger und Markus Lohninger. Erstellt am 15. September 2021 (04:49)
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Einige Bedienstete des Landesklinikums Horn sollen sich beim Sommerfest des Klinikums mit Corona infiziert haben. Die Gesundheit Waldviertel GmbH bestätigt zwar elf erkrankte Mitarbeiter, ein Zusammenhang mit dem Sommerfest sei aber „unwahrscheinlich“.
Archiv/TW

11 Mitarbeiter des Landesklinikums Horn sind derzeit mit dem Coronavirus infiziert. Das bestätigte Thomas Schmallegger, Sprecher der Gesundheit Waldviertel GmbH gegenüber der NÖN. Laut derzeit in Horn kursierenden Gerüchten sollen sogar noch mehr Mitarbeiter des Klinikums, nämlich 15, betroffen sein. Das behaupten mehrere Leser gegenüber der NÖN-Redaktion. Das Besondere daran: Die Ansteckungen sollen ausgerechnet beim Sommerfest des Landesklinikums am 3. September erfolgt sein. Ein Mann erzählt der NÖN, er selbst sei auch über diesen Cluster angesteckt worden. Er müsse mit schweren Symptomen das Bett hüten. Seine Frau, eine Bedienstete des Landesklinikums, habe sich am Fest angesteckt und dann ihn infiziert.

Weitere Kritik: Warum macht Klinikum ein Sommerfest?

Laut Schmallegger handelt es sich bei den elf Betroffenen um zehn Pflege-Mitarbeiter und einen Mitarbeiter der Technik. Dass sie sich beim Sommerfest angesteckt haben, sei aber „unwahrscheinlich“: „Aufgrund der zeitlichen Dynamik der positiv getesteten Mitarbeiter ist aus medizinischer Sicht eine Ansteckung zum Zeitpunkt und im Zusammenhang mit dem Sommerfest als sehr unwahrscheinlich anzunehmen“, sagt Schmallegger.

Dass die Klinik während der anrollenden vierten Welle ein Sommerfest veranstaltet, versteht der NÖN-Informant dennoch nicht. Er selbst habe sich – wie viele andere – aufgrund der aktuellen Situation an sämtliche Vorgaben gehalten, habe auch nicht mehr an den Aktivitäten seiner Vereine teilgenommen. „Und dann macht ein Krankenhaus in dieser Zeit ein Sommerfest“, fragt er sich. Schmallegger kontert: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Landesklinikum seien im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie seit eineinhalb Jahren maximal gefordert. „Das Anliegen war, für diesen besonderen Einsatz, selbstverständlich unter strengster Einhaltung aller Sicherheitsauflagen, Danke zu sagen“, so der Kliniken-Sprecher.

Gesundheit Waldviertel: „Alle Vorgaben erfüllt.“

Beim Fest selbst seien alle behördlichen Vorgaben für Zusammenkünfte über 100 Personen lückenlos erfüllt worden. „Es wurde ein Covid-Beauftragter ernannt, ein Covid-Präventionskonzept erarbeitet und eingehalten. Beim Einlass wurden alle Teilnehmer entsprechend der 3G-Regelung überprüft und eine Anwesenheitsliste geführt“, sagt Schmallegger. 82 Prozent der Teilnehmer an dem Fest seien vollständig immunisiert, die restlichen MitarbeiterInnen hätten einen gültigen negativen Covid-Test-Nachweis erbracht. Weiters wolle er festhalten, dass die Veranstaltung im Freien stattgefunden hat.

Bezirk Horn: Coronazahlen steigen weiter an

Indes klettern die Coronazahlen im Bezirk Horn weiter hinauf. Zum Redaktionsschluss am Montagabend waren laut Bezirkshauptmannschaft Horn 61 Personen im Bezirk mit dem Coronavirus infiziert. Die 7-Tages-Inzidenz stieg damit wieder auf 128 an. Hinsichtlich 7-Tage-Inzidenz war Zwettl zum Wochenstart mit 131 der negative Spitzenreiter im Waldviertel, am anderen Ende der Regionalstatistik lag Gmünd (52). Der Bezirk Krems-Land hat eine Inzidenz von 243,8, hier sorgten zuletzt viele Fälle nach einer Party in Gföhl, an der auch zahlreiche Jugendliche aus dem Bezirk Horn teilnahmen, für steigende Zahlen.

Waldviertler Kliniken: Situation noch überschaubar

 Während die steigenden Covid-Zahlen in einigen Teilen Österreichs wieder für Engpässe in Spitälern sorgen, kann Thomas Schmallegger für die Waldviertler Kliniken noch beruhigen: „Wir liegen hinsichtlich Covid-Patienten, nachdem zuvor lange Zeit gar nichts gewesen war, seit einigen Wochen wieder konstant im einstelligen Bereich.“ Noch stehe man vor keinen großen Herausforderungen. Nachsatz: „Wir hoffen, dass das so bleibt.“

Zum Wochenbeginn wurden in den Waldviertler Kliniken laut dem Sprecher der Gesundheit Waldviertel GmbH insgesamt sechs Covid-Patienten versorgt – einer in Horn, alle anderen in Waidhofen. Waidhofen hatte da auch den einzigen Intensiv-Patienten. In Gmünd und Zwettl sind demnach noch keine Covid-Betten definiert. Aber, so Schmallegger: Man befinde sich bezüglich des weiteren Vorgehens in Abstimmung.

Unter den Covid-Patienten befinden sich demnach keine Jungen, das Durchschnittsalter liegt bei 70 Jahren. Wie viele der Kranken in den Kliniken ungeimpft sind, das kann Schmallegger nicht sagen: Er habe aus Gründen des Datenschutzes keinen direkten Zugriff auf dahingehende Statistiken.