Garser Hochburg erfährt „sanfte Erhaltung“. Ältester Teil des Garser Wahrzeichens wird in den nächsten Jahren für touristische Zwecke nutzbar gemacht.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 12. Mai 2018 (06:03)
Rupert Kornell
Die Hochburg ist der älteste Teil der Burganlage und war vor rund 950 Jahren Sitz der Babenberger. Dieses Bauwerk wollen Bürgermeister Martin Falk (rechts) und Gemeinderat Gerald Steindl erhalten und haben die nötigen Schritte eingeleitet.Rupert Kornell

„Laut Experten ist die Hochburg, die nachweislich vor 1075 errichtet wurde, eine der wertvollsten mittelalterlichen Anlagen weit über Niederösterreich hinaus. Und die wollen wir erhalten“, sind sich Bürgermeister Martin Falk und der für die Burg resortzuständige Gemeinderat Gerald Steindl einig.

„Schlimmstenfalls setzen wir halt ein Jahr aus“

Die Hochburg, das ist jener historisch bedeutsame Teil inmitten des Burghofs, der einmal Residenz des Babenbergerherzogs Leopold II. und Geburtsort Leopolds III., des Heiligen und späteren Landespatrons, war. Opernbesuchern ist er etwa dadurch bekannt, dass das „Orchesterhäuschen“ angebaut ist.

„In den letzten Jahren haben wir einiges investiert“, zählt Falk auf, „in die Verbindungsstiege zur Gertrudskirche, in die Begehbarmachung des Nordturms, in die Sanierung des Südturms.“ „Das hat rund eine Viertel Million gekostet“, ergänzt Steindl.

Mit dieser Summe wird es allerdings nicht abgetan sein, wenn man die Hochburg saniert. „Darum haben wir ja die anderen Arbeiten vorgezogen, weil wir uns nicht drüber getraut haben.“ Jetzt hat man sich darauf geeinigt, die Arbeiten über mehrere Jahre verteilt auszuführen, je nach Vorhandensein der Ressourcen. „Und schlimmstenfalls setzen wir halt ein Jahr aus.“ Fixen Zeitplan gibt es keinen, aber mit mindestens fünf Jahren ist zu rechnen.

Herzogsresidenz wegen Einsturzgefahr gesperrt

„Man darf ja nicht vergessen, dass die Hochburg einsturzgefährdet und daher für Besucher gesperrt ist“, erklärt Falk, womit man den Umfang der Arbeiten ermessen kann. Auf jeden Fall wird demnächst in einem ersten Schritt die Vermessung des Bauteils erfolgen, die sich mit 25.000 Euro zu Buche schlägt, in einem zweiten kommt die historische Aufarbeitung, wenn die Archäologen kommen und Gebäudeteile, vor allem Gewölbe und Kellerräume freilegen. Sämtliche Arbeiten passieren natürlich in enger Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt.

Selbstverständlich liegt das Hauptaugenmerk auf der, so Steindl, „sanften Erhaltung“ des ältesten Teils des Garser Wahrzeichens. Das wird zwar ohne bauliche Veränderungen passieren, beinhaltet in Folge aber auch eine touristische Nutzung.

Und selbstverständlich kann die Finanzierung nicht aus Eigenmitteln der Gemeinde allein erfolgen, Förderungen von Bund und Land werden unumgänglich sein.