Mit Säge verletzten Mann freigeschnitten. Vorbildlich | Der Aufmerksamkeit Michael Kaufmanns, 43, verdankt
52-jähriges Forstunfallopfer vermutlich sein Leben.

Erstellt am 03. Dezember 2013 (23:59)
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Lebensretter
Michael Kaufmann zeigte dem Drosendorfer FF-Kommandanten Michael Weber fürs NÖN-Foto nochmals vor, wie er bei der Befreiung des Forstunfallopfers vorgegangen war. Foto: Gerhard
Zotter
Von Martin Kalchhauser

Nicht auszudenken, wenn Michael Kaufmann, 43, aus Drosendorf nicht so aufmerksam gewesen wäre! Er befreite am frühen Nachmittag des 29. November einen 52-Jährigen, der unter einem mächtigen Baumstamm eingeklemmt war, aus seiner misslichen Lage. Der Elserner kam zwar schwer verletzt ins Spital, der Zwischenfall hätte aber noch schlimmer ausgehen können …

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Nahe der Bundesstraße 30 zwischen Drosendorf und Primmersdorf führte der Mann alleine Holzschlägerungsarbeiten durch. Als er eine rund 30 Zentimeter starke Fichte umgeschnitten hatte, kam der über zwölf Meter lange Stamm auf dem abschüssigen Gelände ins Rollen, warf den Holzfäller um und klemmte ihn im Bereich der Schulter und eines Beines ein.

Kaufmann kam zufällig mit seinem Pkw des Weges und sah aus dem Augenwinkel, dass sich im Wald etwas bewegt hatte. Als er stehen blieb und Nachschau hielt, hörte er bereits die Hilferufe des Opfers, das zu diesem Zeitpunkt vermutlich schon rund eine Stunde lang hatte ausharren müssen.

Schrecksekunde: Säge hatte leeren Tank!

„Ich habe die Motorsäge starten wollen, aber sie ist nicht angesprungen, weil der Tank leer war!“, erlebte der Gemeindemitarbeiter danach selbst bange Momente. Während der Verletzte neben ihm vor Schmerzen schrie, musste der Helfer zuerst Sprit in das Gerät füllen, ehe er ein etwa zweieinhalb Meter langes Stück abschneiden konnte. „Dann habe ich den Stamm mit der Hand weggehoben.“

Zwischenzeitlich trafen die ebenfalls von Kaufmann alarmierten Hilfskräfte von Feuerwehr und Rotem Kreuz (Notarztwagen Horn) ein und übernahmen die Rettung und Versorgung des Verletzten.

Drosendorfs FF-Kommandant Michael Weber: „Der Mann war schwer verletzt, hatte einen Schock und war schon unterkühlt. Wenn er nicht von Michael Kaufmann gefunden worden wäre, wäre das schlimm ausgegangen. Zwei Stunden später wäre es finster gewesen. Es ist fast ein Wunder, dass er ihn noch rechtzeitig entdeckt hat.“