454 Kilo Müll pro Kopf und Nase im Bezirk Horn

Erstellt am 22. Juni 2022 | 05:04
Lesezeit: 4 Min
Müll Symbolbild
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Foto: monticello/shutterstock.com
Insgesamt wurden im Bezirk Horn 2021 mehr als 14.000 Tonnen Müll produziert. Die Trennquote ist im Bezirk mit knapp 68 Prozent hoch.
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454 Kilo Müll! Laut Statistik des Gemeindeverbandes Horn für Abfallwirtschaft und Abgaben (GVH) produzierte jeder Einwohner im Bezirk Horn im Jahr 2021 diese Menge an Müll. Die mit klarem Abstand größten Müll-Produzenten waren übrigens die Langauer. Sie führen die Liste mit 515 Kilo pro Kopf deutlich vor den Röschitzern mit 490 Kilo an.

Am anderen Ende der Tabelle rangieren die Röhrenbacher. Sie haben lediglich 390 Kilo Müll pro Kopf erzeugt. Da im Abfall-Logistikzentrum Rodingersdorf auch Müll aus anderen Teilen des Waldviertels verarbeitet wird, ergibt sich für dort eine Müllmenge von 16.508 Tonnen. Das ist gegenüber 2020 ein leichter Rückgang, damals waren es noch 16.689 Tonnen Müll.

Gesamtabfallmenge im Bezirk Horn 2021
Quelle: GVH Horn
Foto: Illustrationen: Vectors Bang/shutterstock.com; Grafik: Hammer

Innerhalb der einzelnen Abfall-Kategorien zeigt sich vor allem beim Karton ein großer Anstieg. Insgesamt wurden im Vorjahr 370,8 Tonnen Karton im Bezirk gesammelt – um fast 30 Tonnen mehr als 2020. Der Grund für diesen Anstieg liegt laut Georg Schmied, Geschäftsführer des GVH, in der Corona-Pandemie begründet. Denn: „Der Versandhandel hat 2021 gegenüber 2020 noch einmal stark zugenommen. Das geht nicht nur zu Lasten des lokalen Handels, das wirkt sich auch auf die Müllmenge beim Verpackungsmaterial aus.“

Ebenfalls einen nicht unwesentlichen Anstieg gab es beim „Altholz stofflich“ zu verzeichnen (von 692 auf 732 Tonnen), während die Menge beim Sperrmüll deutlich zurückging (von 882 auf 842 Tonnen).

Ein klares Minus gab es auch bei den Elektrogeräten zu verzeichnen. Nach 297,6 Tonnen 2020 waren es 2021 „nur“ 245,0 Tonnen. Den Grund dafür sieht Schmied aber nicht darin, dass 2021 weniger Altgeräte entsorgt wurden, sondern dass jedes einzelne davon weniger Gewicht hat: „Im Müll landen jetzt etwa schon immer mehr Flachbildschirme. Die haben natürlich weniger Gewicht als Röhrenbildschirme, die früher weggeworfen wurden“, so Schmied.

Mülltrennquote: Horn ist jetzt schon Spitze

Stolz ist Schmied auch darauf, dass der Bezirk Horn mit einer Mülltrennquote von 67,7 Prozent bereits jetzt den von der EU für 2030 vorgegebenen Wert von 65 Prozent übertrifft. Das zeige, dass die Bevölkerung den Gedanken der richtigen Müllentsorgung aufgenommen habe und gut umsetze. Man dürfe aber nicht den Fehler machen, sich auf diesem guten Wert auszuruhen.

„Wir wissen, dass jedes weitere Prozent nach oben jetzt noch schwieriger zu erreichen sein wird.“ Je besser die Mülltrennquote aussehe, umso weniger teurer werde auch die Müllentsorgung, hofft er auf weitere Motivation der Bevölkerung in diese Richtung. Denn im Vorjahr mussten im GVH die Müllgebühren erstmals seit 18 Jahren erhöht werden – und das um 15 Prozent. Aber, so Schmied: Der Verbraucherpreisindex sei im selben Zeitraum um 45 Prozent gestiegen, die Kosten für die Güterbeförderung sogar um 50 Prozent. „Da sind die 15 Prozent durchaus moderat.“

Neue Aufgaben für den Gemeindeverband

Übernommen hat der GVH im Vorjahr auch weitere Aufgaben – etwa die Rattenbekämpfung für zwölf der 20 Gemeinden im Bezirk. Dazu wurde ein Vertrag mit einer befugten Schädlingsbekämpfungsfirma abgeschossen, die die Beköderung in den Gemeinden übernimmt. Mittels Monitoring werden an neuralgischen Stellen an öffentlichen Plätzen Köderboxen mit Getreideködern ohne Wirkstoff aufgestellt. Erst wenn Rattenbefall festgestellt wird, wird ein Wirkstoffköder ausgelegt. Aber auch mit einem Kochbuch, mit dem die Verschwendung von Lebensmitteln vermieden werden soll, und der Ausgabe von (T)Aschenbechern zur Verringerung achtlos weggeworfener Zigarettenstummel machte der GVH im Vorjahr auf sich aufmerksam.

Im Abfall-Logistikzentrum in Rodingersdorf war der Betrieb im Vorjahr übrigens trotz Corona genauso wie die Abfuhr, Entsorgung und Verwertung der Abfälle fast uneingeschränkt möglich. Lediglich einzelne Altstoffsammelzentren in den Gemeinden mussten kurzfristig geschlossen werden. „Dennoch ist es nirgends zu nennenswerten Rückstaus gekommen“, ist Schmied froh. Zur Verbesserung des Service und der Übernahmequalität im ALZ Rodingersdorf selbst wurde im Vorjahr auch ein weiterer Mitarbeiter aufgenommen (die NÖN berichtete) und die kontrollierte Einfahrt ins ALZ fortgeführt.

Auch in der Abfallwirtschaft macht sich die Digitalisierung immer mehr breit. So hat der GVH ein duales Zustellsystem für Rechnungen eingeführt, die können jetzt auch digital übermittelt werden. Weiter digital übermittelt werden sollen auch die Füllstände der Altglascontainer. In diesem Bereich läuft wie berichtet im Bezirk ein erfolgreiches Pilotprojekt. Dank in den Altglascontainern angebrachter Sensoren habe man die Routen zur Altglasabholung hinsichtlich Arbeitszeit, Anfahrtswegen und damit CO₂-Verbrauch effizienter planen können. Das sei gerade in Coronazeiten, in denen die Füllstände in Lockdowns und „normalen Zeiten“ stark variieren, hilfreich gewesen.

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