Neues Konzept für historische Landarbeit. Die Marder-Sammlung soll zum Kompetenzzentrum heranwachsen. Dazu braucht’s ein neues Ausstellungskonzept.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 19. Oktober 2019 (14:15)
Karin Widhalm

Das Museum Horn will ein Kompetenzzentrum für historische Landarbeit und Landtechnik errichten: Den Plan dafür stellt das Team am Donnerstag (17. Oktober) vor, darunter Vertretern der Gemeinde und des Museumsvereins. „Unser Auftrag ist klar“, schickt Leiter Anton Mück voraus.

Die Grundlage dafür ist mit der stets erweiterten Sammlung von Landwirt Ernst Mader gegeben, wie Ulrike Vitovec als Leiterin des Museumsmanagements NÖ bestätigt: „Die Sammlung ist außergewöhnlich, daraus muss man mehr machen.“ Gerade die junge Generation wisse immer weniger über die Geschichte der Landwirtschaft. Martin Bauer, wissenschaftlicher Leiter, erklärt: „Wir sind mitten in der Arbeit.“

Horn als Vermittlungsdrehscheibe

Das Thema – die historische Landarbeit und Landtechnik – soll in einen gesellschaftlichen, ökologischen Kontext gestellt werden. Großes Ziel sei, dass Horn eine Vermittlungsdrehscheibe für historisch Interessierte, technikaffine Menschen, Fachleute und Schüler wird. Die Kräfte sollen gebündelt werden.

Eines muss sich ändern: das Ausstellungskonzept. Beabsichtigt ist gemäß Fachmann Franz Pötscher eine abwechslungsreiche, zeitgemäße, helle Gestaltung in der Marderhalle, dem großen und kleinen Stadel und auf der Freifläche. „Die Museen sind heute keine reinen Schauräume mehr.“ Sie seien ein Platz für Kommunikation.

Strohbündel, Blick von oben und ein Forum

Der Plan ist etwa, eingangs die Landwirtschaft bis 1850 in einem inszenierten Stadel mit gepressten Strohbündeln oder Holzbalken zum Sitzen darzustellen. Eine Plattform soll den Blick von oben auf die Putzdreschmaschine freigeben.

Das „Forum“ soll zum eigenständigen Recherchieren einladen und für Treffen dienen. Infostelen lassen die weitere Wissensvertiefung mit Filmen, historischen Fotos und Dokumente, die wechseln sollen, zu. Die Spindeltreppe nach oben soll als Silo gestaltet werden. Man will medial inszenierte Bilder auf die Realität auftreffen lassen und philosophieren, wie die Region ohne Landwirtschaft aussehen würde – und noch viel mehr. „Die Besucherführung ist ganz wichtig“, nennt Pötscher noch ein Beispiel. Zugänge sollen mit der Umgestaltung des Foyers verbessert und manche Bereiche barrierefrei werden.

"Einmalige Sache, in Niederösterreich auf alle Fälle"

„Ich bin überzeugt, dass das eine einmalige Sache werden wird, in Niederösterreich auf alle Fälle“, betont Mück. Viel Arbeit stehe bevor, auch weil über Marketing, Leitbild und Sammelstrategie nachgedacht werde. „Da fügt sich eines ins andere.“ Bauer: „Die Zeit ist beschränkt, aber ich glaube, wir sind auf einem guten Weg.“

Manche Anwesenden nennen Gegenvorschläge: Das Museumsteam erläutert die Hintergedanken oder notieren die genannten Ideen. Vitovec findet es „großartig“, dass der Verein im Vorfeld eingebunden ist und die Gemeinde hinter dem Museum steht. „Ich freue mich auf dieses Haus.“

Mehr zu den nächsten Schritten und den aktuellen Plänen der Gemeinde für das Museum: ab Mittwoch in der Printausgabe der NÖN Horn.