VP-Nationalrat Groiß: Koalitions-Präferenz für FPÖ. ÖVP-Chef Jürgen Maier sieht Bezirk hinter Werner Groiß und Gabriele Kernstock geeint: „Stimmung war noch nie so gut!“

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 30. September 2017 (04:19)
Einen Tag vor dem großen Wahlkampfstart der ÖVP in der Stadthalle in Wien gab es auch im Bezirk Horn den „türkisen Startschuss“ Richtung 15. Oktober. Bezirksparteiobmann Jürgen Maier sieht die Partei hinter Werner Groiß und Gabriele Kernstock (von rechts) geeint.Kalchhauser
Martin Kalchhauser

Einen Tag vor dem großen Auftakt des ÖVP-Wahlkampfs in der Wiener Stadthalle gab die ÖVP in Horn den Startschuss in Richtung 15. Oktober. „Die Stimmung war noch nie so gut“, meinte ÖVP-Bezirksparteiobmann Jürgen Maier bei der Präsentation der beiden lokalen Horner Kandidaten. „Sie sind unsere Speerspitzen!“

Der Abgeordnete zum Nationalrat Werner Groiß (49), im Zivilberuf Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, sitzt seit Ende 2013 im Hohen Haus und ist zwischenzeitlich zum Finanzsprecher der ÖVP und Vorsitzenden des Finanzausschusses avanciert.

Im Wahlkreis ist er hinter Martina Diesner-Wais auf Platz 2 gereiht. Er setzt auf Themen wie Arbeits- und Wirtschaftsförderung im Waldviertel, Ausbau der In fra struk tur (FJB-Anschluss für Horn, Waldviertel-Autobahn) sowie Regionalisierungen – vom Glasfasernetz-Ausbau für mehr Arbeitsplätze zu Hause bis zur Verwertung des Truppenübungsplatzes Allentsteig.

„Hat Spaß gemacht, für die Region zu arbeiten!“

„Es hat Spaß gemacht, für die Region zu arbeiten“, meinte Groiß in einer Bilanz, in der er die Rettung der Radetzkykaserne (gemeinsam mit dem Land) und die Änderung des Finanzausgleichs zugunsten ländlicher Regionen als Top-Erfolge verbucht. „Die Wünsche am Land sind anders als in der Stadt.“

St. Bernhard-Frauenhofens Vizebürgermeisterin Gabriele Kernstock (38), die im Wahlkreis Waldviertel an fünfter Stelle kandidiert, will sich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf („Der Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen ist kein Frauenthema!“) sowie eine flächendeckende, sinnvolle Gesundheitsversorgung am Land stark machen.

Um das Groiß-Mandat abzusichern, will Maier „alle Funktionäre, alle Bürgermeister animieren, Werner Groiß ihre Vorzugsstimme zu geben“ und für ihn zu laufen. „Groiß hat sich in den vergangenen vier Jahren einen guten Namen gemacht.“

Frage an Nationalrat Groiß: Welche Koalition würde er nach der Wahl, bei der die ÖVP in allen Umfragen voran liegt, bevorzugen? ÖVP-SPÖ oder ÖVP-FPÖ? „Entscheidend wird sein, wer welche Minister stellt. Wenn zum Beispiel der Infrastrukturminister von der ÖVP kommt, dann werden wir uns bei Bahn- und Straßenprojekten leichter tun. Als Wirtschaftsvertreter würde ich mir bei einigen Themen mit der FPÖ leichter tun“, lässt der Garser eine Präferenz für die Freiheitlichen erkennen. Zusatz: „Aber das ist alles eine Verhandlungssache!“