Stift Geras zeigt seine Geschichte. Im Stift Geras werden einige Kunstschätze erstmals wieder präsentiert. Auch Prälatur kann besichtigt werden.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 10. Juni 2021 (03:44)

Den 6. Juni, den Gedenktag für Ordensgründer Norberts von Xanten, wählte das Stift Geras für den offiziellen Startschuss zur neuen Ausstellung „Gottes Geist und Menschen Werk“ (die NÖN berichtete im Vorfeld). Gemeinsam mit Vertretern der beiden weiteren Waldviertler Konföderations-Stifte Altenburg und Zwettl wurde an diesem Tag mit Vesper und Pontifikalamt auch das Jubiläum „900 Jahre Orden der Prämonstratenser“ gefeiert.

Maßgeblich verantwortlich für die Ausstellung ist Kräuterpfarrer Benedikt Felsinger, der seit Februar auch Kustos am Stift Geras ist. Die Ausstellung sei ein erster Schritt, den Kunstwerken des Stiftes die ihnen gebührende Wertschätzung zu zeigen. Man wolle „nach und nach hervorholen, was da ist“, sagte Felsinger in seinen eröffnenden Worten. Danach führte er die Gäste der Eröffnung durch die Ausstellung – und die sahen, dass auch in dieser Ausstellung so einiges an Kunstschätzen präsentiert wird. Herzstück der Ausstellung ist der „Norbert-Zyklus“, in dem in Ölgemälden das Leben des Ordensgründers dargestellt ist. Eines der Bilder ist vor wenigen Tagen von seinem Platz heruntergefallen – der Holzrahmen war vom Holzwurm zerfressen. Dabei handelt es sich übrigens um jenes Bild, das den Tod Norberts darstellt. Für Prälat Conrad Müller hat diese Tatsache Symbolcharakter: „Der Tod ist abgestürzt. Norbert lebt, er wird eine Zukunft haben“, sah er darin ein Zeichen für die Auferstehung.

Auch einige Rätsel sind noch zu klären

Neben Einblicken in die Architektur des Stiftes Geras, seine wechselvolle Geschichte – deren negative wie positive Höhepunkte auffällig häufig in die Jahre 20 und 21 des jeweiligen Jahrhunderts fallen – und auffälligen Kunstschätzen wie Abt-Stab und Mitra, ist erstmals seit langem auch die Prälatur des Stiftes im Rahmen der Ausstellung wieder zugänglich. Dabei erfährt der Besucher auch, dass es im Stift noch einige Rätsel – etwa um ein Wappen über dem Portal zur Prälatur oder über den Zusammenhang von vier Supraporte-Gemälden in der Prälatur – zu lösen gibt.

Zu besichtigen ist die Ausstellung von Mittwoch bis Sonntag und feiertags von 10 bis 16 Uhr.