Stift Altenburg bekämpft Käferbefall mit einem PS. Stift Altenburg setzt ab sofort bei der Holzernte auf die Norikerpferde „Leo“ und „Grisu“.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 10. August 2017 (06:02)
Martin Kalchhauser
Oberforstverwalter Herbert Schmid, Prior P. Michael Hüttl und Patrick Weiss (von links) mit seinem Noriker-Pferd „Leo“, das bei der Holzbringung in den Altenburger Stiftswäldern im Einsatz steht.

„Wir schneiden seit Wochen Käferbäume“, verweist Pater Michael Hüttl vom Wirtschaftsteam des Stiftes Altenburg auf die dramatische Lage im Wald. Um die (erzwungene) sommerliche Holzernte für den Wald möglichst schonend zu gestalten, setzt man auf einzelne Pferdestärken (PS).

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Hunderte Borkenkäfer-Larven: Unter der Rinde des auf den ersten Blick gesunden Baumes spielt es sich ab.

Patrick Weiss (39) aus Kuchl (Land Salzburg), er ist der amtierende Staatsmeister in der „Sportholzrückung“, wurde vom Stift engagiert. Gemeinsam mit seinen Norikern „Leo“ (16) und „Grisu“ (3) ist er rund um Altenburg bei der sogenannten Holzrückung (Transport von Bäumen aus dem Wald zu einem Sammelpunkt an einem Güterweg, von wo sie der Lkw abholt, Anm.) im Einsatz.

Wegen der drohenden lawinenartigen Zunahme des Käferbestandes muss gehandelt werden. „Man kann nicht warten. Teilweise schneiden wir bis zu 80 Jahre alte Bäume, die im Staub stehen und sich wegen Trockenheit und Hitze nicht mehr gegen die Käfer wehren können“, erklärt P. Michael. Unter der Rinde scheinbar gesunder Bäume lauert die Gefahr in Form von Borkenkäfer-Larven. Sie verpuppen sich und werden zu Käfern, die sich „explosionsartig“ vermehren und benachbarte Bäume befallen.

„Die Holzernte ist in den Sommermonaten natürlich nicht ideal. Die schweren Holzernter (Harvester) zerstören den Boden samt Pflanzen und Insektenwelt.“ Daher greift man in Altenburg – das Stift hat 2.800 Hektar Wald, davon 600 ha im „Natura 2000“-Gebiet – zu Alternativen. „Wir wollen generell nicht mehr mit Maschinen in den Wald fahren“, verweist Prior Hüttl auf Dieselverbrauch und Schadstoffausstoß.

Holzarbeit künftig nur mehr mit den Pferden

Patrick Weiss, mit dem der Altenburger Oberforstverwalter Herbert Schmid im Vorjahr in Kontakt gekommen ist, bietet die Arbeit mit seinen Pferden an. „Das Pferd ist viel flexibler, es ist für den Wald schonender, und wir tragen außerdem dazu bei, wertvolles ,Handwerk‘ zu bewahren“, sind sich Hüttl und Schmid einig, dass man die Holzarbeit in Zukunft ausschließlich auf diese Weise bewerkstelligen wird.

Für den Prior des Stiftes ist es auch ein Argument, dass man als Vorbild fungieren will. Seit 15 Jahren betreiben die Benediktiner ihre Landwirtschaft ausschließlich biologisch und engagieren sich mit ihren Gärten als Vorreiter der Aktion „Natur im Garten“. „Da ist es nur ein logischer Schritt, dass wir auch in der Forstwirtschaft neue Wege gehen“, so Pater Michael. „Und wie es sich gerade zeigt, geht das auch!“