Eine junge Kraft für den Garser Opernbetrieb. David Hemetsberger leitet Oper Burg Gars GmbH und ist für den Konzertbetrieb auf der Burg verantwortlich.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 17. November 2020 (10:15)
Halten (nicht nur) für das Foto Abstand, sondern arbeiten gemeinsam: Bürgermeister Martin Falk, der neue Geschäftsführer David Hemetsberger und Intendant Johannes Wildner (von links).
Rupert Kornell

„Mit David Hemetsberger haben wir einen neuen Geschäftsführer für die Oper Burg Gars GmbH gefunden, die Bestätigung seiner Bestellung erfolgt bei der nächsten Gemeinderatssitzung“, gab Bürgermeister Martin Falk bekannt. „Er folgt damit auf Peter Schneyder, der von Anfang an ja ohnehin nur als Übergangslösung in dieser Funktion gedacht war.“

Zur Erinnerung: Schon vor Jahren wurde die Burg Gars GmbH als 100 %-Tochter der Marktgemeinde Gars, die somit alleiniger Gesellschafter ist, gegründet. Ihr Geschäftsführer ist als Nachfolger von Stephan Nistler, Rudolf Berger und Thomas Gross, der Unternehmer Peter Schneyder – und bleibt dies auch weiterhin.

„Derzeit haben wir wegen der Pandemie andere Probleme als eine möglich Landesausstellung in Gars.“ Bürgermeister Martin Falk

Mit 1. 1. 2019 wurde die Oper Burg Gars GmbH gegründet, die wiederum eine hundertprozentige Tochter der Burg Gars GmbH ist und die bis dato eben Schneyder leitete. Somit ergab sich eine klare Auftragstrennung: Letztere ist für das Areal und die Gebäude zuständig, die Oper Burg Gars GmbH für den Konzertbetrieb.

„Das wurde in Hinblick auf eine mögliche Landesausstellung 2028 – oder wegen der derzeitigen Situation in einem der folgenden Jahre – so geregelt, damit die Investitionen in die Burg den Opernbetrieb nicht belasten“, erklärte SPÖ-Fraktionsführer Josef Wiesinger.

„Das war damals der Grundgedanke“, bestätigte Falk, „aber derzeit haben wir wegen der Pandemie ohnehin andere Probleme, natürlich finanzieller Art …“. Und bedauert, dass man für die Burg derzeit nicht den nötigen Rückhalt geben könne, wie man es eigentlich wünsche.

Ganze Konzentration gilt der „Carmen 2021“

Hemetsberger, 1991 in Linz geboren und ledig, war bei den Sängerknaben St. Florian und arbeitete nach seinem Studium der Musikwissenschaften in Grafenegg. Dort lernte er im Vorjahr Intendant Johannes Wildner kennen, der ihn nach Gars lotste, wo er den diesjährigen Festspielsommer maßgeblich organisatorisch (Wildner: „Er war unser Coronabeauftragter und hat seine Aufgabe souverän gemeistert, es gab keinen einzigen Fall!“) prägte.

„Aber ich habe neben Gars noch ein zweites Standbein in Oberösterreich“, berichtete er im NÖN-Gespräch, „ich bin noch bei den ,Florianern‘ Referent der Geschäftsführung.“ Seine Konzentration gelte ab sofort der Arbeit in Gars und „Carmen“, die 2021, so wie für heuer geplant, stattfinden soll.

Eine Besprechung mit Parteienvertretern, Hemetsberger und Wildner war natürlich auch Anlass für einen Rückblick auf die abgelaufene, von Corona geprägte Saison. „So wie 2020 werden wir auch nächstes Jahr zu hundert Prozent die gesetzlichen Auflagen erfüllen“, schickte Wildner voraus, „wir werden unseren Betrieb mit den Behörden abstimmen.“

Er zeigte sich dankbar, dass man zehn durchaus beachtenswerte Events habe durchführen können, zwar mit einer kleineren Zahl an Stammgästen, „aber dafür haben wir neue Besucherschichten erschlossen“. Und bis auf eine Ausnahme seien alle Rückmeldungen positiv gewesen. „Das hat gezeigt, dass die Menschen in dieser Zeit etwas vermisst haben, aber auch, dass wir vital waren. Wir haben versucht, ihnen etwas zu geben“, so der Intendant. Und die Veranstaltungen habe man nicht nur durchgeführt, „dass halt irgendwas passiert“, sondern den Leuten zu zeigen: „Es gibt uns!“

Der Rahmen sei bewusst eng gesteckt worden, denn man wolle nicht mit Geld, das man nicht habe, herumwerfen, sondern mit Augenmaß vorgehen, weil man ja schließlich auch eine Verantwortung gegenüber dem Steuerzahler habe.

Vorhaben für nächstes Jahr nicht vor März

Wildner bedauert natürlich, dass „Carmen“ ebenso wie der „Beethoven-Marathon“ und etliche Konzerte im Herbst nicht durchgeführt werden konnten, hat aber seinen Fokus ganz auf die Arbeit für die nächste Saison gerichtet. Allerdings macht er deutlich, dass er keine seriöse Voraussage für 2021 machen könne: „Wir werden mit dem Spielplan abwarten und uns nicht vor März festlegen!“