In Gars ist alles auf Schüler ausgerichtet. Noch mehr Förderung für Kids ab der sechsten Schulstufe in Deutsch, Englisch, Mathematik.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 07. November 2019 (10:30)
Rupert Kornell
Ein neues Konzept für den Unterricht in den Hauptfächern haben Direktor Wolgang Welser (rechts) und sein Schulentwicklerteam Anita Feiertag, Christoph Kaiblinger, Andrea Zauner, Christian Langer und Irene Lachmayr (von links) für die Mittelschule Gars ausgearbeitet. 

Ab dem Schuljahr 2020/ 21 wird, so will es der Gesetzgeber, die „Neue Mittelschule“, die es seit 2012 gibt, zur „Mittelschule“. Gars ist dieser Neuerung schon einen Schritt voraus und erprobt diese Mittelschule schon ab diesem September mit einem eigenen, im Kollegenkreis selbst erarbeiteten Konzept. „Es läuft sehr gut“, freut sich Direktor Wolfgang Welser, „die Reaktionen der Eltern wie der Schüler zeigen, dass es bestens angenommen wird.“

Klare Notensystematik und transparente, kriterienorientierte Leistungsbeurteilung, bestmögliche Förderung der Schüler entsprechend ihren individuellen Voraussetzungen und Verbesserung der Durchlässigkeit im Bildungssystem sind die wichtigsten Punkte, die vorgegeben sind, und daran hat sich das Schulentwicklungsteam („Set“) der Sportmittelschule gehalten, mit den anderen Kollegen und den Eltern ausdiskutiert und sich den „Segen“ der Bildungsdirektion geholt. „Wir haben die uns gebotene Chance ergriffen, weil wir mit der NMS nicht mehr ganz zufrieden waren“, begründen Andrea Zauner und Christian Langer den Vorgriff auf das neue System.

Zwei Leistungsniveaus in Hauptgegenständen

Was sich ändert? „Statt dem Vor-Vorgänger, den drei Leistungsgruppen, gibt es nun zwei Leistungsniveaus, nämlich ,Standard‘ und ,Standard AHS‘ (Allgemeinbildende Höhere Schulen; Anm.)“, erklärt Christoph Kaiblinger. „Wir haben noch eine ,Mischgruppe‘ zwischen die beiden geschaltet, in der sich jene Schüler befinden, die hier ihr optimales Lerntempo gefunden haben bzw. an das höhere Niveau herangeführt werden sollen.“

Das ab der sechsten Schulstufe greifende Konzept für Deutsch, Englisch und Mathematik (die anderen Fächer bleiben davon unberührt) sieht grundsätzlich je zwei Standard-AHS-Gruppen, zwei Mischgruppen und eine Standardgruppe vor. Je nach Leistungsstärke der Schüler kann sich diese Aufteilung aber auch anders gestalten. Zusätzlich beinhaltet das Garser Mittelschulkonzept auch die individuelle Förderung von Schülern, die einen Förderunterricht entweder freiwillig besuchen oder dazu verpflichtet werden.
Koordination der Lehrer wird noch wichtiger
„Natürlich hängt dieses Konzept auch von der Stundenzuteilung durch die in Zwettl situierte Außenstelle der Bildungsdirektion ab“, wissen Irene Lachmayr und Anita Feiertag, „aber bleibt das Kontingent wie bisher, können wir den Schülern ein optimales Umfeld bieten.“
„Eines ist uns allen auch klar“, betont Welser, die Koordinationsarbeit der Lehrer, der stetige Austausch wird noch viel wichtiger als bisher“, fügt Welser hinzu. „Denn schließlich gilt es ja nicht nur den Unterricht, sondern auch die Schularbeiten und die Notengebung auf die einzelnen Niveaus abzustimmen.“ Sein Ausblick auf das kommende Schuljahr: „Wenn der Gesetzgeber nichts Grundlegendes ändert, können wir mit unserem Mittelschulmodell auch in den nächsten Jahren erfolgreich zum Wohl unserer Schüler arbeiten.“