Nicht nur Unheimliches!. Als gut eingespieltes, perfektes Team präsentierten sich im Geras die Sopranistin Alexandra Reinprecht und Christian Koch als ihr Begleiter am Klavier.

Von Robert Schmutz. Erstellt am 11. Juni 2014 (11:09)
NOEN, Robert Schmutz
Die Obfrau des Vereines »Geras klingt«, Gerlinde Hofbauer (rechts), freute sich, dass sie die Sängerin Alexandra Reinprecht und den Pianisten und freiberuflichen Dirigenten Christian Koch zu einem Liederabend im Marmorsaal des Stiftes Geras gewinnen konnte. Foto: Robert Schmutz
Die Bedenken mancher Besucher waren völlig unberechtigt. Nicht nur „Unheimliche Begegnungen“ (so lautete der Titel des Konzerts) gab es beim jüngsten Liederabend in der Reihe „Geras klingt“.

Lyrische Reisen ins Mystische

Dank Alexandra Reinprecht (Gesang) und Christian Koch (Klavierbegleitung) waren den Gästen durchaus auch romantische, liebliche und zauberhaft-fantastische Erlebnisse beschieden.

Wie Ingomar Hofbauer in den einleitenden Worten hervorhob, zog das mechanische Erklären und Einordnen von Natur und Mensch eine Gegenbewegung in den Gedichten des 19. Jahrhunderts ins Leben. Diese lyrischen Reisen ins Unheimliche und Mystische lockten auch die Komponisten zur Vertonung der Texte.

Trotz aller Realitätsbezogenheit hatte und hat (auch heute noch) der Mensch eine Sehnsucht nach dem Unfassbaren, dem Unerklärlichen, Geheimnisvollen.

Unheimliches: „I fürcht nit Gespenster“

Die „Lorelei“ in der bekannten Fassung von Clara Schumann weckte beim Konzert ebenso Interesse und Sehnsucht wie die Version nach Franz Liszt oder „Neue Liebe“ von Felix Mendelssohn, der „Erlkönig“ von Carl Loewe oder das „Waldmädchen“ von Hugo Wolf.

Dass das Unheimliche nicht nur im 19. Jht. kompositorischer Gegenstand war, sondern auch heute noch ist, zeigten die Werke „Die Jungfrau schläft in der Kammer“ und „I fürcht nit Gespenster“ des zeitgenössischen Komponisten Albin Fries.

Dass die beiden Künstler in ihren Metiers zu Recht anerkannt sind und schon viele Auftritte mit Kollegen mit bekannten klingenden Namen hinter sich haben, war während des Konzertes leicht zu bemerken. Umso erfreulicher ist, dass ein kleiner Kulturverein wie „Geras klingt“ um Obfrau Gerlinde Hofbauer es schafft, derartige Künstler zu engagieren!