Oma mit getürkter Urkunde losgeschickt. 22-Jähriger drückte Großmutter gefälschten Auto-Prüfbericht in die Hand. Die marschierte ahnungslos zur Zulassungsstelle …

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 11. Juni 2014 (10:55)
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Ankläger Frederic Artner zum Beschuldigten: »Sie versuchten, ein Auto mit gravierenden Mängeln auf die Straße zu bringen.«
„Ich brauchte ein Auto für die Arbeit“, beteuerte ein 22-Jähriger aus dem Bezirk Horn vor Gericht. „Und deshalb schicken Sie Ihre eigene Großmutter mit einer gefälschten Urkunde los und versuchen, ein Fahrzeug mit gravierenden Mängeln und der Bewertung ,Gefahr im Verzug’ auf die Straße zu bringen“, warf Staatsanwalt Frederic Artner sichtlich ungehalten ein und gibt sich mit der lapidaren Verantwortung nicht zufrieden.

Nachfragen ließen den Schwindel auffliegen

Errötend und sichtlich peinlich berührt gab der Waldviertler zu, sich ein Gutachten gebastelt zu haben. Als Vorlage habe er einen Prüfbericht seines alten Wagens genommen und die entscheidenden Daten (Type, Kilometerstand, Mängelfeststellung, Erstzulassung, …) nachträglich verändert, schilderte der 22-Jährige.

Allerdings fehlte eine Seite, und Nachfragen bei der Werkstätte in Horn ließen den Schwindel auffliegen. „Es tut mir sehr leid. An die Gefährdung durch ein mangelhaftes Fahrzeug habe ich nicht gedacht“, beteuerte der Arbeiter.

Für die Fälschung besonders geschützter Urkunden setzte es für den Waldviertler eine Bewährungsstrafe von acht Monaten. Das Urteil ist rechtskräftig.