Doch positive Lösung? Pfarrer kämpft um Pfarrhof. Nach Unterschriftenaktion gibt es kommende Woche Gespräch über Zukunft im Kloster.

Von Karin Widhalm und Thomas Weikertschläger. Erstellt am 11. September 2019 (04:43)
Thomas Weikertschläger
Pfarrer Sebastian Kreit.

Groß war die Aufregung in Pernegg, als nach der Bekanntgabe der Pläne für den Ausbau des Fastenzentrums in Pernegg (die NÖN berichtete) die Befürchtung laut wurde, dass die Pfarre die Räumlichkeiten im Kloster aufgeben muss. Derzeit findet in diesen Räumlichkeiten nicht nur Pfarrer Sebastian Kreit mit seiner Wohnung sein Zuhause, sondern auch die Jugendgruppe der Pfarre, die sich durch ein besonders reges Pfarrleben auszeichnet.

Kloster Pernegg
Fastenzentrum-Leiter KlausRebernig.

Kreit initiierte daher eine Unterschriften-Aktion, um für den Verbleib der Pfarre in den bisherigen Räumlichkeiten zu kämpfen. Es gebe konkrete Überlegungen, dass das gesamte Kloster Pernegg durch den Liegenschaftseigentümer, das Kunst und Bildungszentrum Geras (KBZ), an den Pächter Klaus Rebernig übergeben wird, hatte Kreit im NÖN-Gespräch seine Sorgen geäußert.

Ausgenommen seien nur die alte Schule, der Friedhof und die Kirche. Die Pfarrerwohnung, aber auch Räumlichkeiten, die von der Jugend genutzt werden, befinden sich aber innerhalb der Klostermauer. Er habe nicht 25 Jahre als geistlicher Beistand im Fastenzentrum mitgearbeitet, um jetzt vor die Tür gesetzt zu werden. Rebernig müsse der Pfarre entgegenkommen, meint Kreit.

Er werde die Zukunft der Pfarre verteidigen. Er stehe zwar voll hinter den Ausbauplänen des Fastenzentrums, der Verbleib der Pfarre in den Räumlichkeiten müsse aber gesichert sein. Man habe damals, als es um die Revitalisierung des Klosters ging (1994), eine Vereinbarung getroffen, dass die Pfarr-Räumlichkeiten erhalten bleiben müssen.

Eigentümer geht es um Rechtssicherheit

Genau diese Vereinbarung soll nun aber überarbeitet werden. Nachdem sich Pächter Klaus Rebernig gegenüber der NÖN zur Causa bedeckt hielt und auf KBZ-Geschäftsführer Norbert Frommer verwies, zeigte sich dieser auch gesprächsbereit: „Wenn alle guten Willens sind, dann finden wir eine Lösung. Man darf sich jetzt nicht auf seiner Position einbetonieren.“ Es gebe aber hinsichtlich Mietvertrag mit der Pfarre einige Unklarheiten auszuräumen. Und, so Frömmer: „Wenn man ein Projekt mit knapp 6 Mio. Euro Investitionsvolumen, das auf viele Jahrzehnte angelegt ist, plant, muss man im Vorfeld alle rechtlichen Dinge klären. Wir brauchen Rechtssicherheit.“

Positiv fasst dieses Gesprächsangebot Kreit auf. Die Unterschriftenaktion habe Wirkung gezeigt, alle Beteiligten an der Causa hätten „miteinander verstanden, dass wir die geschaffene Kombination mit Fastenzentrum, Arzt und Pfarre erhalten sollten. Wir müssen da eine gemeinsame Lösung finden.“

Martin Kalchhauser
Prior Andreas Brandtner.

Rückendeckung bekommt Kreit von Andreas Brandtner, Prior des Stiftes Geras. Schon 1994 sei zwar festgehalten worden, dass die Pfarre nur Untermieter, der Vertrag jederzeit kündbar sei. Dennoch müsse es – vor allem vor dem Hintergrund der jahrelangen engen und guten Zusammenarbeit – möglich sein, einen für beide Seiten akzeptablen Weg zu finden. Kreit habe sich 25 Jahre lang intensiv um die Seelsorge der Fastengäste gekümmert, „es gab immer ein harmonisches Miteinander. Zudem sei Pernegg eine der aktivsten Pfarren der Region. Es sei unfassbar, wenn man sich hier nun etwas Neues schaffen müsse.

Ähnlich sieht auch Bürgermeister Franz Huber die Sache. Auch wenn die Gemeinde froh sei, wenn sich das Fastenzentrum positiv entwickle und er dieses Zukunftsprojekt positiv bewerte, habe Pfarrer Kreit einen wesentlichen Input zum Erfolg des Projektes beigetragen. Der Wunsch der Gemeinde sei es daher, dass es auch künftig ein konstruktives Miteinander gebe. „Das heißt, dass der Pfarrer in seiner Wohnung bleiben darf. Bei der Fülle an Fläche im alten Kloster muss ein Miteinander möglich sein“, sagte Huber.