Toter Rekrut: FPÖ und NEOS wollen Ergebnisse abwarten. Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat den Angehörige des nach einem Marsch in Horn gestorbenen Bundesheer-Rekruten kondoliert. Die FPÖ und die NEOS wollen im Fall des in Horn gestorbenen Bundesheer-Rekruten die Ergebnisse der vom Verteidigungsministerium eingesetzten Untersuchungskommissionen abwarten. Abgeordnete beider Klubs bedauerten am Mittwoch gegenüber der APA den Vorfall.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 09. August 2017 (14:10)
APA/Herbert Pfarrhofer
Die Radetzky-Kaserne in Horn 

Via Facebook schrieb Bundespräsident Van der Bellen am Mittwoch: "Mein aufrichtiges Beileid gilt den Eltern, Freunden und Angehörigen des jungen Rekruten Toni P., der vergangenen Donnerstag nach einem Marsch im Rahmen seiner Grundausbildung gestorben ist."

Er erwarte sich "von den eingesetzten Untersuchungskommissionen eine lückenlose und transparente Aufklärung der Umstände des tragischen Todes des Rekruten", betonte Van der Bellen. Dabei sollten "auch die aktuell medial kolportierten Vorwürfe, wonach ein unentschuldbarer Umgangston von einzelnen Ausbildnern des Bundesheers gegenüber Rekruten stattgefunden hätte, untersucht werden".

Der Bundespräsident stellte klar: "Derartige Ausbildungsmethoden darf es beim Bundesheer nicht mehr geben. Sie schaden dem Ansehen des österreichischen Bundesheeres und diskreditieren den professionellen und engagierten Einsatz der überwiegenden Mehrheit der Ausbildner und Soldatinnen und Soldaten."

NEOS NÖ sehen Staat in der Verantwortung

Der freiheitliche Wehrsprecher Reinhard Bösch zeigte sich zufrieden mit der Reaktion des Ministeriums. "Wir müssen das Ergebnis abwarten", meinte er. Erst dann werde sich zeigen, ob das Unglück medizinische Ursachen hatte oder organisatorische Ausbildungsfehler schuld seien. Bösch glaubt auch, dass die parlamentarische Bundesheerkommission früher oder später in der Sache tätig werde.

Die NEOS sehen in erster Linie den Staat in der Verantwortung. "Gerade weil es sich um einen Zwangsdienst handelt, dürfen Missstände im Rahmen der Grundausbildung in keiner Weise toleriert werden", sagte deren Jugendsprecherin Claudia Gamon. Der Todesfall müsse nun rasch und umfassend aufgeklärt werden, denn: "Wenn der Staat junge Männer zum Wehrdienst verpflichtet, dann hat er die volle Verantwortung für die Gesundheit der Grundwehrdiener zu leisten."

Auch die verantwortlichen Organe und Ausbildner müssten dementsprechend handeln, forderte Gamon. "Sollte sich der Verdacht erhärten, dass dieser Fall durch verantwortungsbewusstes Handeln verhindert werden hätte können, ist eine umfassende Verbesserung des Ausbildungsbetriebes für NEOS unumgänglich."

Die Grünen hatten bereits am Dienstag eine parlamentarische Anfrage an Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) angekündigt. Sie orten - auch im Zusammenhang mit einem Interview des Vaters eines anderen Rekruten in der Stadtzeitung "Falter" - "eklatante Missstände im Rahmen der Grundausbildung beim Bundesheer". An Doskozil wurden 41 Fragen gerichtet.