AK Horn erstritt 1.700 Euro für Reinigungskraft . Die Arbeiterkammer Horn zieht ihre Halbjahres- Bilanz und streicht die Wichtigkeit von Arbeitsaufzeichnungen hervor.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 14. August 2019 (04:23)
Thomas Weikertschläger
Günter Kraft, Leiter des AK-Bezirksstellenverbundes Nord, und Bezirksstellenleiter-Stellvertreterin Marianne Jany präsentierten die Halbjahresbilanz der AK-Bezirksstelle Horn.Weikertschläger

Wie aus 370 Minusstunden plötzlich 70 Mehr- und Überstunden werden? Diese Frage kann eine junge Reinigungskraft aus dem Bezirk Horn beantworten. Die Frau war bei einer Reinigungsfirma in einem benachbarten Bezirk beschäftigt. Gearbeitet hat sie sieben Tage die Woche, oft bis zu zehn Stunden.

Als es ihr zu viel wurde und sie kündigte, meinte ihr Arbeitgeber, sie habe 370 Minusstunden angesammelt und müsse die in der Kündigungsfrist einarbeiten. Die Frau nahm mit der Arbeiterkammer Kontakt auf, wo Bezirksstellenleiter-Stellvertreterin Marianne Jany dank der lückenlosen Arbeitszeitaufzeichnungen der Frau die tatsächlich geleisteten Stunden nachberechnen konnte. Für die Frau konnten so 1.700 Euro an ausstehenden Zahlungen erreicht werden.

Kampf gegen Verfallsfristen

„Dabei hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, Arbeitszeitenaufzeichnungen zu führen. Dabei konnten wir aufgrund der geltenden kollektivvertraglichen Verfallsfristen nur für eines der drei Jahre das ausstehende Geld nachfordern“, erzählte Jany bei einer Pressekonferenz. Die AK wolle daher ihren Kampf gegen Verfallsfristen verstärken.

Insgesamt hielt die AK-Bezirksstelle Horn im ersten Halbjahr 2019 2.251 persönliche und telefonische Beratungen ab, wobei neben Problemen mit den Arbeitgebern auch Fragen rund um die Pension, Pflegegeld, Kinderbetreuungsgeld, Feststellung von Schwerarbeitszeiten, Jugendschutz und Lehrlingsausbildung behandelt wurden. Insgesamt wurden 454.629 Euro für die Mitglieder heraus geholt, davon 206.447 im Arbeits- und Sozialbereich.

Besonders wichtig für Jany, die derzeit Bezirksstellenleiter Robert Fischer während einer längeren Abwesenheit vertritt, sei die Beratungsmöglichkeit direkt vor Ort. „Wir begleiten unsere Mitglieder von der Wiege bis zur Bahre. Wer einmal gemerkt hat, dass ihm bei uns geholfen wird, kommt immer wieder.“