Wiese ist für Schmetterlinge „reserviert“. Nicht nur, aber hauptsächlich für Schmetterlinge sind rund 3.300 m² am Rand des Stadtgebiets vorgesehen. Zutritt nicht verboten!

Von Rupert Kornell. Erstellt am 15. Oktober 2020 (04:15)
Zu einer Schmetterlingswiese soll jener Acker werden, der an den Kindergarten Scholz-Straße und das Hörnchen-Nest angrenzt. Umwelt-Stadtrat Wolfgang Welser (links) und Johannes Strommer vom Bauamt haben schon die Pläne dafür.
Foto: Rupert Kornell

Auf mindestens zehn Jahre ist ein Projekt ausgelegt, das Umwelt-Stadtrat Wolfgang Welser bei der letzten Gemeinderatssitzung, die (mit großem Abstand) im Festsaal des Vereinshauses abgehalten wurde, den Mandataren vorstellte, nämlich eine Vereinbarung der Stadtgemeinde mit der Natur im Garten GmbH über Schmetterlingsgärten in der Stadt.

„Unser Ziel ist es, ein derartiges Schauobjekt anzulegen, das Wiesenpflanzen, Wildstauden und Wildgehölze beinhaltet, die den Erhalt von Schmetterlingsarten fördern“, argumentierte Welser im NÖN-Gespräch. Seitens der Stadtgemeinde Horn gibt es hierfür ausreichend Grünflächen, die nicht wie bisher regelmäßig gemäht werden müssen, sondern der Natur überlassen werden. Beispiele solcher Flächen sind die Wiese nächst dem ,Hörnchen-Nest‘ und Grünflächen in Brunnenschutzgebieten.“

Als erste derartige Flächen ausgewiesen sind eben diese Wiese am Ende der Josef-Strommer- bzw. Karl-Scholz-Straße mit rund 2.100 m² und das Brunnenschutzgebiet 10 hinter der Gärtnerei Band mit 1.200 m². Die Kriterien sind klar: keine Anwendung von chemischen-synthetischen Pestiziden und Düngemitteln, keine Verwendung von Torf und torfhaltigen Produkten, dafür Verwendung vorwiegend heimischer und standortgerechter bzw. ökologisch wertvoller Pflanzen bei Bepflanzungsmaßnahmen.

Wiese darf, nein soll auch betreten werden

„Schon beim Bau des Hörnchen-Nests war klar, dass wir einen Teil des Ackers für eine Freifläche verwenden“, ergänzt Johannes Strommer vom Bauamt der Stadtgemeinde. „Wir haben diese Fläche vorläufig mit Klee bebaut, aber es wachsen auch andere Pflanzen und sind eine wertvolle ,Weide‘ für Schmetterlinge, aber auch für Bienen und andere Insekten.“ Weil auch der Kindergarten in unmittelbarer Nähe ist, können die Kleintiere, aber auch Hasen, die sich am Klee gütlich tun, von den Kindern beobachtet werden, womit für die Kleinen ein Bezug zur Natur hergestellt ist.

Es wird aber nicht nur eine reine Wildblumenwiese angelegt, sondern es soll ein Mix von Wildgehölzen, Totholz, Steinhaufen, Sandhügel werden, auch Trampelpfade sollen vorkommen. Denn das ist Welser ganz wichtig: „Die Leute sollen durchgehen und sich an der Natur erfreuen können. Nichts wird durch Zäune abgetrennt, alles ist frei begehbar.“ Mit der Gestaltung hätte man schon im Frühjahr begonnen, auf Grund des Lockdowns wird das Konzept aber erst ab jetzt umgesetzt.