„Goldene“ für Kürbiskern-Pralinen

Erstellt am 10. Juni 2020 | 04:53
Lesezeit: 4 Min
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Chocolatier Eszter Lukenics und Kürbiskernöl-Produzentin Helga Steindl präsentieren stolz ihre preisgekrönten Kürbiskern-Pralinen.
Foto: privat
Kernöl-Produzentin Helga Steindl und Chocolatier Eszter Lukenics wollen mit prämiertem Süßem Genuss schaffen.
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Mit einer Kollektion Kürbiskern-Pralinen – und geballter Frauenpower – wollen die Prutzendorferin Helga Steindl und ihre Perchtoldsdorfer Geschäftspartnerin Eszter Lukenics das Ursprungsprodukt Kürbiskern und Kernöl veredeln, Neues entwickeln und Genuss verschaffen und ermöglichen.

Wie die Idee, Pralinen mit Kürbiskern- bzw. Kürbisöl-Füllung zu kreieren, entstanden ist? Steindl sei vor etwa einem Jahr über die Website von Chocolatier Lukenics, die handgefüllte Pralinen herstellt, gestolpert. Und: „Die farbenfrohen Bilder der Kreationen haben mich gleich angesprochen“, erzählte Steindl. Dann habe sie die gebürtige Ungarin kontaktiert und den Vorschlag der Kürbiskern-Pralinen unterbreitet, auch Lukenics sei gleich von der Idee begeistert gewesen. Unzählige Telefonate und Mails, zahlreiche Experimente und viele Verkostungen später haben sich sechs verschiedene Pralinen mit Kürbiskern-Füllung herauskristallisiert. Zusätzlich sind diese mit Zutaten wie Honig, Zimt, Kardamom, Heidelbeere oder Marzipan gefüllt und mit weißer oder dunkler Schokolade umhüllt – und haben auch bei anderen „Kostern“ und nicht nur bei der Linzer Jury tolle Reaktionen hervorgerufen.

Kürbiskern-Pralinen als „Allergie-Alternative“

Produziert werden die kleinen Süßigkeiten allesamt bei Lukenics in Perchtoldsdorf – und das in Handarbeit. Lukenics, die in Belgien ausgebildete Chocolatier ist und auch in Tokio, Budapest und London gearbeitet hat, stellt dabei jede Praline als Unikat in einem aufwendigen Prozess her. Sogar die Farben, mit denen die Pralinen bemalt werden, sind selbst zusammengemischt. Sie verwendet dafür Kakaobutter und kräftige Farben. Statt Massenproduktion setzt sie auf Qualität, nur einige hundert Stück pro Woche werden produziert: „Meine Pralinen sind wie ein Sonnenuntergang“, erzählt sie: „Man sieht sie an, genießt den Moment und dann sind sie weg.“ Sie wolle einzigartige Produkte kreieren, da „so vieles gleich schmeckt“, sagte sie.

Da die Pralinen ohne Konservierungsstoffe auskommen und daher nur acht Wochen haltbar sind, werden sie nur anlassbezogen – etwa zu Ostern, vor Weihnachten oder zu Mutter- und Vatertag – produziert. Laut Steindl und Lukenics eignen sie sich auch bestens als Firmengeschenke oder Give-Aways bei Hochzeiten.

Während Lukenics für den handwerklichen Bereich zuständig ist, kümmert sich Steindl um den Vertrieb und das Marketing der kleinen Köstlichkeiten. Sie seien froh, dass sie sich gegenseitig gefunden hätten, beteuern beide. Es sei toll, wenn sich Frauen, die Familie haben, gegenseitig unterstützen, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. „Jede von uns übernimmt den Part, der ihr gut liegt. Es ist gut zu wissen, dass man eine starke Partnerin an seiner Seite hat – wir ergänzen uns einfach wunderbar“, sagte Steindl.

Beflügelt werden die beiden durch eine Goldmedaille, die sie für ihre Pralinen beim 3. Konditorenwettbewerb in Linz „als Krönung“ ihres bisherigen Projekts eingeheimst haben. Bei diesem Event, das von der Bundesinnung für Lebensmittelgewerbe und der Lebensmittelakademie veranstaltet wird, setzten sich die Pralinen der beiden gegen 200 Schokoprodukte durch. Auch wenn die Siegerehrung coronabedingt abgesagt wurde und die Goldmedaille bisher nur als PDF bei den beiden gelandet ist, sei die Freude über die Auszeichnung riesengroß.

Ein weiterer positiver Aspekt der Kürbiskern-Pralinen: Sie können als süße Alternative für Nuss- und Mandelallergiker gelten. Auf die Idee, künftig verstärkt auf diese Schiene zu setzen, ist Steindl übrigens durch einen Anruf aus Finnland gekommen. Ein Mann sei auf der Suche nach einem Geschenk für seine Frau, die an einer solchen Allergie leidet, auf die Kürbiskern-Pralinen gekommen und habe sie kontaktiert. Das sei auch ein Beweis für die Vielseitigkeit von Kürbiskernen, die häufig von vielen Menschen nur als „Deko“ auf Gebäck gesehen werden.

Erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurden die Pralinen übrigens auf Einladung von Maria Mazakarini bei der Vernissage „Terra Vienna-Art“ im 1. Bezirk in Wien. „Dabei haben wir die Ausstellung von Bildern, Kunstwerken und Schmuck mit unseren Pralinen veredelt und versüßt“, sagte Steindl.

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