Auf Italienreise in Geras: Alle waren mit an Bord!. Vom ersten Lied der „Notte Italiana“ an zogen Alexandra Reinprecht und Horst Hubmann ihre Gäste in den Bann.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 01. Juli 2017 (06:05)
Martin Kalchhauser
Mit den großartigen Künstlern des Abends, Horst Hubmann (Bariton), Alexandra Reinprecht (Sopran) und Christian Koch (Klavier), freute sich „Geras klingt“-Obfrau Gerlinde Hofbauer über einen begeisternden Abend im Stift Geras.Kalchhauser

Vom ersten Lied, dem durch Peter Alexander bekannten Schlager „Komm ein bisschen mit nach Italien“, an hatten die Sopranistin Alexandra Reinprecht und ihr Mann, der Bariton Horst Hubmann, das Publikum des jüngsten „Geras klingt“-Konzerts auf ihrer Seite. „Una Notte Italiana“ wurde zum musikalischen Genuss.

Äußerst gefühlvoll und dezent, jedoch mit toller Präzision von Christian Koch am Klavier begleitet, gaben die beiden schon zu Beginn mit Ruggero Leoncavallos „Si puó“, mit dem Duett „Dunque io son“ aus dem Barbier von Sevilla oder Liedern von Giacomo Puccini und Giuseppe Verdi („Il Trovatore“) ein großes Versprechen für den weiteren Abend. Und, so viel vorweg: Es wurde gehalten!

Mit seiner großartigen Stimme, die er gut einzusetzen wusste, überzeugte Hubmann bei den Klassikern ebenso wie bei späteren Stücken moderner Literatur. Bei Reinprecht gefielen auch die perfekt eingesetzte Gestik und Mimik und ihre verschmitzte Art, mit der sie in die Gesichter der Gäste immer wieder ein Lächeln zauberte.

Enormer Stimm-Umfang und höchste Perfektion

„Für alle, für die die italienische Sprache ein spanisches Dorf ist,“ (Reinprecht) ging es mit einem „Crash-Kurs“ in der italienischen Sprache („Mille, mille baci“) nach der Pause in eine zweite Halbzeit, die der ersten um nichts nachstand.

Reinprecht wusste ihre Beiträge perfekt zu dosieren – vom leisesten Piano bis zum kraftvollen Forte und mit großem Stimm-Umfang spielte sie auf einer Klaviatur tollen Ausmaßes. Zwei Beispiele – „Brindisi“ (Giuseppe Verdi) und „La Danza“ (Gioachino Rossini) – zeigten, dass Kammermusikstücke bekannter Komponisten oft zu Unrecht ein Schattendasein führen.

Das Finale bot die Abrundung für jene Konzertgäste, die das italienische Lebensgefühl mit ins Ohr gehenden Schlagern verbinden – „Come Prima“, „Volare“, „Funiculì Funiculá“! Der Schluss (samt Einladung zum Mitsingen) war ein himmlisches Vergnügen.

Mit weniger als drei Zugaben („Ciao, Ciao Bambina“, „Mambo Italia“ und „Arrivederci Roma“) wurde das mit frenetischem Applaus bedachte Sängerpaar nicht weggelassen. Beim letzten Lied ersetzten sie Roma mit Geras – und gaben so singend das Versprechen wiederzukommen: „Arrivederci Geras, (…) dann werd‘ ich dich wieder seh‘n!“