"Pothole"-Team holte Rang zwei bei Charity-Rallye. Trio aus Bezirk holte bei Rallye Rang Zwei – und half bedürftigen Kids.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 18. September 2019 (04:32)

Das Abenteuer ihres Lebens erlebten Günter Surböck, Harald Bayer und Markus Müller von Ende August bis Anfang September: Das Trio kurvte mit einem 500-Euro-Volvo 5.595 Kilometer quer durch den Balkan – und erlebte dabei nicht nur hilfsbereite Menschen, wunderbare Landschaften und architektonische Highlights, sondern holte beim „Pothole-Rodeo“ („Schlagloch-Suche“) den zweiten Gesamtrang.

Bei dieser Rallye der etwas anderen Art, an der 75 Teams mit „Billig-Autos“ teilnahmen, galt es nicht, der Schnellste zu sein. Absolviert werden mussten „Tagesaufgaben“, die danach bewertet wurden. So musste in Bulgarien etwa eine Hochzeit gecrasht werden (ungeladenes Erscheinen bei einer Hochzeit), in Rumänien musste man sich von Pferden abschleppen lassen, ein anderes Mal musste das Auto in eine „schwebende Position“ gebracht werden.

Schlaglöcher und Charity

„Bei diesen Aufgaben war Kreativität gefragt“, erzählt Harald Bayer. Man habe nie gewusst, welche Aufgabe auf einen zukomme. Neben einer kaputten Batterie mussten die Schlagloch-Sucher mit einem wegen der Hitze kaputten Radios oder wegen der schlechten Straßen rausgefallenen Scheinwerfers kämpfen. All diese Schwierigkeiten hätten das Team aber noch mehr zusammen geschweißt.

„Und das ist nicht selbstverständlich, wenn man über einen so langen Zeitraum den ganzen Tag gemeinsam in einem Auto sitzt. Die Stimmung war immer positiv, daher haben wir auch immer eine Lösung gefunden“, zeigt Bayer auf, dass der Gruppenzusammenhalt bei so einem Unterfangen eine wichtige Komponente für den Erfolg ist. Beim Austausch mit den anderen Teams habe sich dann gezeigt, dass alle Teilnehmer – so verschieden sie auch waren – vom selben Geist beseelt waren. „Alle waren offen, alle hilfsbereit, alle an den Ländern, durch die es ging, und deren Menschen interessiert“, schwärmt Bayer.

Hilfe für Albanien und in der Heimat

Neben Bulgarien, das dem Trio besonders positiv ins Auge fiel, war es vor allem Albanien, das die Waldviertler tief beeindruckte. „Landschaftlich top, aber die Straßen waren ein Wahnsinn“, lautete ihr Tenor. Auf teilweise unbefestigten Bergstraßen („Es ging auf einer Seite 500 Meter hinunter, auf der anderen 500 Meter hinauf. Eine Leitplanke haben wir vergeblich gesucht.“) musste die Tour absolviert werden.
Beeindruckt waren Bayer und Co. nicht nur von der landschaftlichen Schönheit, sondern auch von der Hilfsbereitschaft der Menschen. In Montenegro etwa löste sich der Auspuff vom Gefährt des Trios. „Obwohl es Sonntag Nachmittag war, wurde uns in einer Lkw-Werkstätte tolle Hilfe geleistet“, sagte Bayer.

Aber das Trio nahm nicht nur Hilfe an, es brachte auch Hilfe mit. „Wir hatten eine ganze Skibox voll mit Kuscheltieren dabei“, sagt Bayer. Abgeliefert wurden die in einem Kinderheim in einer der ärmsten Gegenden Albaniens. „Wir wurden dort herzlich empfangen, und trotz erschütternder Armut mit einem herrlichen Essen bewirtet“, sagt Bayer. Die Freude bei den Kindern über die kleinen Geschenke sei dann riesengroß gewesen: „Das war für die Kinder wie Weihnachten.“

Dank Sponsoren brachten die Waldviertler auch Stiefel und Gewand sowie weitere Waren im Gesamtwert von knapp 4.000 Euro mit, die in der dortigen Pfarre gesammelt und verteilt werden. Das soll aber nicht der einzige karitative Erfolg der Reise sein. Aus den Sponsoren-Erlösen wollen Bayer und Co. auch einen ähnlichen Betrag in der Vorweihnachtszeit an die sozialpädagogische Wohngemeinschaft in Stiefern am Kamp übergeben.

Das Trio hat übrigens Blut geleckt: Für das Jahr 2020/21 ist die Teilnahme an einer ähnlichen „Low-Budget-Rallye“ in Afrika angedacht.
Infos zu Spendemöglichkeiten unter office@bayer-industries.at