„Ära Knell“ ging zu Ende. Herbert Hofer folgt Ludwig Knell, der seit zehn Jahren Obmann der Raiba Eggenburg war.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 27. Juni 2019 (03:56)
Thomas Weikertschläger
Ausgezeichnet wurden bei der Generalversammlung Josef Diem, Waltraud Alexander, Jürgen Braunsteiner, Gudrun Schmidl, Markus Bauer, Andrea Zeder, Andreas Kraft, Andras Salzer und Roland Köck.

Große Veränderungen brachte die Generalversammlung der Raiffeisenbank Eggenburg am 18. Juni mit sich: Nach zehn Jahren als Obmann der Genossenschaft zog sich Ludwig Knell unter Tränen der Rührung von dieser Funktion zurück. Zu seinem Nachfolger wurde der 52-jährige Herbert Hofer gewählt. Hofer gehört seit vier Jahren dem Vorstand der Genossenschaft und seit zwei Jahren dem Leitungsausschuss an. „Dort habe ich einige tiefgreifende Erfahrungen gemacht, die ich jetzt gerne einbringen möchte, um den guten Weg der Raiffeisenbank Eggenburg fortzusetzen“, versprach Hofer in seiner Antrittsrede. Er werde künftig ein offenes Ohr für die Mitarbeiter der Bank, die die Garanten des Erfolgs des Unternehmens seien, haben.

Thomas Weikertschläger
Langzeit-Obmann Ludwig Knell (Mitte) wurde von Johannes Bernsteiner, Direktor der Raiffeisenlandesbank Wien-Niederösterreich (rechts), die Raiffeisenehrenmedaille in Gold überreicht. Nachfolger Herbert Hofer (links) ließ Knell dann auch noch zum Ehrenobmann wählen.Weikertschläger

Gerade als Dienstleistungsbetrieb sei man von der Qualität der Mitarbeiter abhängig, die laut Hofer auch künftig den Unterschied zu Internetbanken ausmachen sollen: „Oder kennen Sie einen einzigen Mitarbeiter einer solchen Bank?“, stellte er eine rhetorische Frage. Auch das Thema „Fusionierung“ werde er nicht aktiv angehen, wenn andere Genossenschaften an die Eggenburger herantreten würden, könne man sich allerdings Gesprächen nicht verweigern, sagte Hofer. Abschließend gab Hofer noch ein Versprechen ab: „Ich werde danach trachten, dass das, was wir haben, erhalten, vielleicht sogar ausbauen.“ Dazu brauche es aber die Unterstützung von Mitgliedern und Kunden.

Neben Knell, der sich besonders bei seiner Frau und seiner Familie für die jahrelange Unterstützung bedankte, schied auch Edwin Hochwimmer nach 14 Jahren als Aufsichtsratsvorsitzender der Raiba Eggenburg aus. Zu seinem Nachfolger wurde der Sigmundsherberger Bürgermeister Franz Göd gewählt, dessen Stellvertreterin ist Claudia Steininger-Gurnhofer, Juristin an der Bezirkshauptmannschaft Horn. Als Obmann-Stellvertreter bleibt Martin Schmid.

Gewinn betrug 2018 275.000 Euro

Noch bevor die Ehrungen langjähriger Mitglieder und die Wahl der weiteren Vorstands- bzw. Aufsichtsratsmitglieder durchgeführt wurden, präsentierten die Bankstellenleiter Gerhard Kabesch und Herbert Klampfer die Bilanz 2018. Im Vergleich zu 2017 wurde die Bilanzsumme um 6 Mio. Euro auf 335,76 Mio. Euro gesteigert. Ausleihungen (Kredite) in Höhe von 186,28 Mio. Euro stehen Einlagen in Höhe von 286,43 Mio. Euro gegenüber. Das Eigenkapital konnte im Vorjahr von 40,40 Mio. Euro auf 42,07 Mio. Euro aufgestockt werden.

Zahl der Mitglieder stieg auf mehr als 4.800

Die Gewinn- und Verlustrechnung wies 2018 einen Gewinn von 275.000 Euro auf, das ist gegenüber 2017 ein Rückgang um 35.000 Euro. Johannes Leitner vom Revisionsverband stellte „keine schwerwiegenden Mängel“ und dem Haus ein „gutes“ Zeugnis aus, was Johannes Bernsteiner, Direktor der Raiffeisenlandesbank Wien-Niederösterreich, zur Aussage verleitete: „Wenn das Wort ,gut’ in den Worten eines Revisors vorkommt, ist das bemerkenswert. Das darf durchaus als großes Lob gewertet werden.“

Positiv auch die Entwicklung der Mitgliederzahlen. Nach 4.710 Mitgliedern Ende 2017 waren es Ende 2018 schon 4.743, wie Kabesch stolz erzählte. Mittlerweile seien es sogar schon 4.800. Damit wurde seit dem Jahr 2013, als es 4.435 Mitglieder gab, ein großer Zuwachs verzeichnet.