Faust flog: „Mann ging mir am Arsch“. 28-Jähriger antwortet mit einem Schlag ins Gesicht: sechs Monate bedingte Haft.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 02. Februar 2020 (06:07)
Symbolbild
Shutterstock, AFPics

Ein 28-Jähriger versetzt im November einem 32-Jährigen einen Faustschlag. Er gesteht vor dem Bezirksgericht Horn: „Er geht mir seit Jahren schon am Arsch. Immer, wenn er betrunken ist, will er mit mir diskutieren.“ Ob das die richtige Reaktion sei, fragt Bezirksrichter Thomas Brandstetter nach. „Das war die Schnellste.“ Ob er bereit für eine Bewährungshilfe ist? „Für so was habe ich keine Zeit, da ist mir die Arbeit wichtiger.“

Der 32-Jähriger schildert, dass der 28-Jähriger ihm beim Vorbeigehen „gleich hergeschlagen“ habe. Der Angeklagte schnaubt und unterbricht damit die Einvernahme des Zeugen. „Sie verhalten sich ruhig und geben keinen Laut von sich“, warnt ihn Brandstetter. Das Schmerzensgeld von 400 Euro will der Beschuldigte in Raten zahlen. Das Urteil lautet sechs Monate bedingte Haft mit dreijähriger Probezeit. Eine Bewährungshilfe wird angeordnet.

Der Richter wertet das Geständnis mildernd, erschwerend allerdings die zwei einschlägigen Vorstrafen. „Ewig gibt’s keine bedingte Strafe. So eine Wurschtigkeit, jemanden in die ‚Pappn‘ zu hauen, das macht man nicht. Die Bewährungshilfe ist dringend notwendig“, betont er abschließend. Der Beschuldigte erbat Bedenkzeit für eine etwaige Berufung.