Glasfaser: „Kommt auf jeden an“. Fünf Gemeinden der Region Manhartsberg starten Sammeln von Verträgen. Bauarbeiten sollen 2021 starten.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 30. Dezember 2020 (04:40)
Wollen den Glasfaser-Ausbau in ihren Gemeinden forcieren: Andreas Fleischl (Straning-Grafenberg), Niko Reisel (Meiseldorf), Georg Gilli (Eggenburg), Christian Krottendorfer (Röschitz) und Franz Göd (Sigmundsherberg, von links).
Podolsky

Glasfaser ist die Infrastruktur der Zukunft. Während Wasser, Kanalisation oder Stromversorgung längst zur Selbstverständlichkeit geworden sind, braucht es heute große Anstrengungen bei der Versorgung mit leistungsfähigem Breitbandinternet – vor allem im ländlichen Raum. Daher will die Region Manhartsberg den Ausbau des Glasfasernetzes zügig vorantreiben.

Haushalte und Betriebe in fünf Gemeinden der Region Manhartsberg – Eggenburg, Sigmundsherberg, Straning-Grafenberg, Meiseldorf und Röschitz – sollen schon bald die Chance haben, Glasfaseranschlüsse bis ins Haus zu bekommen. Dafür braucht es aber ein lautes „Ja!“. Wenn mehr als 40 Prozent in den für den Ausbau vorgesehenen Gebieten zustimmen, könnte der Bau des NÖ Glasfasernetzes in der Region 2021 starten. Der genaue Zeitplan hängt aber von den Entwicklungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise ab.

Nur Glasfaser im Haus ist zukunftssicher

„Glasfaser ist die einzige Übertragungstechnologie, die ausreichend Kapazitäten für bereits bestehende und zukünftige Anwendungen hat“, sagt Regions-Obmann Franz Göd. Das gelte allerdings nur, wenn das Glasfasernetz bis ins Haus reicht. „Wenn die letzten Meter mit anderen Technologien überwunden werden müssen, ist das ein Engpass, den wir früher oder später negativ zu spüren bekommen“, erklärt Göd.

Die genannten Gemeinden erfüllen wichtige Voraussetzungen für den Ausbau gemäß NÖ Modell. Die Gebiete, in denen der Bau technisch möglich und wirtschaftlich machbar ist, wurden bereits festgelegt. Auch die Finanzierung ist laut Göd gesichert.

40 Prozent Zustimmung der Haushalte und Betriebe notwendig

Damit es aber soweit kommt, fehlt nur noch eines: die Zustimmung der Haushalte und Betriebe. Wenn in den Ausbaugebieten mehr als 40 Prozent einen Infrastrukturvertrag mit nöGIG abschließen und auch zusagen, ab Herstellung des Anschlusses gleich einen Dienst zu nutzen, könnten die Bauarbeiten 2021 starten. Wer sich für einen persönlichen Glasfaseranschluss im Haus entscheidet, bekomme die beste Zugangstechnologie und könne aus einem vielfältigen Produktangebot wählen, so Göd. Das NÖ Glasfasernetz sei nämlich offen für alle Anbieter von Internetdiensten. Regionale Serviceprovider stehen hier im Wettbewerb mit großen Telekommunikationsunternehmen und Mobilfunkanbietern, die ihre Funkstationen über Glasfaser anbinden müssen. Damit profitieren die Kunden von einer großen Produktvielfalt und einem Wettbewerb, der für faire Preise sorge. Wichtig aus Sicht Göds: „Die Infrastruktur, die hier entsteht, ist und bleibt öffentlich. Die Regeln des NÖ Modells stellen sicher, dass das Netz langfristig in der Hand des Landes bleibt.“

Sammeln der Verträge ist schon angelaufen

Bis zum 14. März werden die Gemeinden und ihre Bürgermeister versuchen, so viele Gemeindebürger wie möglich von dieser Chance zu überzeugen. Wenn dabei die Mindestbestellquote von 40 Prozent erreicht wird, können weitere Schritte gesetzt werden.

Glasfaser als Teil der Grundversorgung

„Wir Bürgermeister haben intensiv darauf hingearbeitet, die beste Infrastruktur für unsere Region zu bekommen. Ich kann nur alle Bürgerinnen und Bürger in den Ausbaugebieten bitten, eine Bestellung abzugeben. Sie holen sich damit die Zukunft ins Haus und tragen gleichzeitig zum Fortschritt unserer Gemeinden bei“, sagt Göd. Gerade die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig stabiles Internet sein könne. Arbeiten von zu Hauses aus, Homeschooling, Unterlagen aus dem Netz laden oder auch ein Videoanruf bei Freunden – all das sei nur möglich, wenn man ein starkes, schnelles Netz zur Verfügung habe.

„Vor allem in den ländlichen Gebieten müssen wir darauf achten, dass Internet als Bestandteil der Grundversorgung betrachtet wird, genauso wie Wasser und Strom. Jetzt kommt es auf jeden an“, sagt Göd.

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