Viel Neues beim Abfallverband. ALZ in Rodingersdorf technisch aufgerüstet. Der GVH Horn baut Serviceangebot für Gemeinden aus.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 29. Oktober 2020 (03:45)
Präsentierten die technische Aufrüstung im Abfall-Logistikzentrum Rodingersdorf: Obmann-Stellvertreter Wolfgang Welser, Mitarbeiter Lukas Berger, Obmann Franz Göd und Geschäftsführer Georg Schmied (von links).
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Seit wenigen Wochen ist der Sigmundsherberger Bürgermeister Franz Göd auch Obmann des Gemeindeverbandes Horn für Abfallwirtschaft und Abgaben (GVH). Der NÖN präsentierte er einige „neue Errungenschaften“ im Abfall-Logistikzentrum (ALZ) in Rodingersdorf und weitere Pläne des GVH.

ALZ technisch aufgerüstet. Um die Abwicklung von Abfallübernahmen im ALZ in Rodingersdorf zu erleichtern, habe man „technisch aufgerüstet“, sagt Göd zur NÖN. Der Computer im ALZ ist nun direkt mit dem GVH-Büro in Mold verbunden. Damit kann bei Anlieferungen direkt abgefragt werden, wo die Liegenschaft des Anlieferers genau liegt. Das erleichtere den Mitarbeitern ihren Arbeitsablauf, weil sie gleich über die Info verfügen, wo der Anlieferer seinen Hauptwohnsitz hat – was sich auf den Preis auswirkt. Außerdem kann ab sofort im ALZ per Bankomat gezahlt werden. Laut Göd nicht nur in der Coronakrise ein Vorteil, sondern eine Reaktion auf zeitgemäße Anforderungen.

Öffnungszeiten ausgeweitet. Mittlerweile ist das ALZ 47,5 Stunden pro Woche geöffnet, auch jeden ersten Samstag im Monat kann angeliefert werden. „Man kann also jederzeit Abfall bringen und muss etwa Sperrmüll nicht mehr lange daheim horten, bis er abgeholt wird“, sagt Göd. Um die Servicequalität zu erhöhen, wurde mit Lukas Berger auch ein eigener Mitarbeiter beim GVH angestellt, der den Kunden im ALZ die richtigen Wege zu den jeweiligen Entsorgungsstellen weist. Er überprüft auch gleich die angelieferten Abfälle, um eine sachgemäße Trennung zu garantieren. „Das ist wichtig für die Weiterverarbeitung. Die Abfälle später zu trennen, macht die Sache mühsamer“, erklärt GVH-Geschäftsführer Georg Schmied.

Verband baut Dienstleistungen aus. Der GVH wolle künftig auch sein Dienstleistungsangebot für die 20 Verbandsgemeinden ausbauen, sagt Göd. Wichtig ist ihm dabei, dass der Verband den Gemeinden keine Aufgaben „wegnehmen“ wolle. „Wir bieten den Gemeinden an, gewisse Aufgaben zu übernehmen. Die Gemeinden entscheiden dann freiwillig, ob sie dieses Angebot annehmen oder nicht.“ Der Ausbau dieser Dienstleistungen sei kein erster Schritt zu Gemeindezusammenlegungen, sondern ein Schritt zu mehr Gemeindezusammenarbeit. Als Beispiel für ein Angebot nennt Göd eine Datenbank, in der ersichtlich ist, welche Gemeinden bestimmte Geräte auch anderen Gemeinden zur Benützung überlassen können – die Gemeinde Sigmundsherberg einen Hubsteiger, die Gemeinde Röhrenbach ein modernes Unkrautvernichtungsgerät. Sinn hinter der Datenbank sei es, ein Netzwerk zur besseren Ausnutzung von Ressourcen aufzubauen: „Dann braucht nicht jede Gemeinde jedes Gerät selbst anschaffen“, meint Göd. Hilfe biete der GVH auch dann an, wenn es in einzelnen Gemeinden wegen Personalengpässen zu Schwierigkeiten bei der Abwicklung von Aufgaben komme.

Angeboten wird auch die Abwicklung von Überprüfungen von Spielgeräten auf Spielplätzen gleich für mehrere Gemeinden oder die Kontrolle von Rutschen in mehreren Schwimmbädern. Gemeinsam organisiert könnten diese Prüfungen dann für die einzelnen Gemeinden billiger und zeitsparender abgewickelt werden.

„War logischer Nachfolger“. Warum er die Obmannschaft im GVH übernommen hat? „Ich war schon Stellvertreter und bin das längstdienende Vorstandsmitglied, da war es ein logischer Schritt“, sagt Göd. Mit Schmied als Geschäftsführer („Er ist der Mister GVH“) und den weiteren Vorstandsmitgliedern, die aus allen Teilen des Bezirks Horn kommen, sei das Team des GVH bestens aufgestellt.