Mehr Frauen im Gemeinderat: „Ist einfach unsere Zeit“. Hälfte der neuen Gemeinderäte sind Frauen, die über ihre Beweggründe & die weibliche Seite des Gremiums reden.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 06. Februar 2020 (05:07)
Agnes Braun (28, links) ist die jüngste Gemeinderätin in Röhrenbach. Regina Hartl, Schuldirektorin, will sich im Gemeinderat für die Bildung einsetzen.
privat

Vier neue ÖVP-Kandidaten ziehen in den Gemeinderat ein: Bauleiter Andreas Kopper (32), Straßenerhaltungsfachmann Christoph Frühwirth (33) – und mit Agnes Braun und Regina Hartl zwei Frauen. Andere Parteien kandidierten nicht.

Agnes Braun (28) ist die jüngste Gemeinderätin.
privat

Braun ist mit 28 Jahren zugleich die jüngste Gemeinderätin und recht vorn gereiht: Der dritte Platz wird ihr womöglich eine Funktion im Gemeindevorstand bescheren, offiziell wird man dies nach der konstituierenden Sitzung wissen. Sie entstammt der ÖVP-Nachwuchsschmiede „mypartei“.

Ihr Beweggrund für politisches Engagement ist schnell erklärt: „Ich möchte für die Gemeinschaft und die Bevölkerung etwas machen.“ Die Bankangestellte und frühere Landjugend-Leiterin ist in Röhrenbach aufgewachsen: „Ich fühle mich hier richtig daheim.“ Sie hält Kontakt mit einer ausgeschiedenen Gemeinderätin, um gut für ihren Einstieg gerüstet zu sein. Sie bleibt offen, welche konkreten Aufgaben sie übernehmen will. „Das wird man nach der konstituierenden Sitzung sehen, wer welche Aufgaben kriegt. Aber es gibt nichts, was mich nicht interessiert.“

Verantwortung in der Gemeinde übernehmen

Regina Hartl hat auf die Frage, in der Lokalpolitik mit Ja geantwortet, auch weil sie viel Wert auf die Zusammenarbeit und das Miteinander lege.

Regina Hartl, Schuldirektorin, will sich im Gemeinderat für die Bildung einsetzen.
NOEN

Die Volksschuldirektorin sucht schon jetzt den Schulterschluss mit Gemeinde, Kindergarten oder Landjugend, um gemeinsam Projekte wie den Generationenspielplatz oder „Nachbarschaftshilfe plus“ umzusetzen. „Jetzt übernehme ich ein bisschen mehr Verantwortung.“

Der Zusammenhalt funktioniere in der Gemeinde, die „klein, aber fein“ ist. Wichtig sei ihr das „Voneinander lernen“, auch in sozialer Hinsicht und auch unter den Erwachsenen. „Man lernt nie aus.“ Ihr Schwerpunkt wird folglich die Bildung sein. Sie gehe mit viel Motivation an ihre Aufgabe heran.

Ganz locker sehen beide den Umstand, dass die Frauen im Gemeinderat in der Minderheit sind. „Ich sehe da nicht so viel Unterschied zwischen Mann und Frau, das ist kein Problem“, sagt Braun. Hartl analysiert, dass Männer leichter Entscheidungen treffen, während Frauen multitaskingfähig sind. „Die Mischung macht’s aus.“

Schön sei, dass der Frauenanteil größer werde: „Das ist einfach unsere Zeit.“ Eine Frau war in der jetzt ablaufenden Periode im Gemeinderat aktiv. Übrigens: Ernst Gabriel (51), nach seinem SPÖ-Austritt „wilder“ Gemeinderat“, gehört jetzt zur VP-Riege.