Röhrenbacher Ehrenbürger mit 105 Jahren verstorben. Im 106. Lebensjahr ist vor wenigen Tagen der Altenburger Johann Rotter verstorben. Wegen seiner vielfältigen kulturellen Tätigkeit war er weit über die Grenzen seiner Heimatgemeinde bekannt, die Gemeinde Röhrenbach verlieh ihm auch die Ehrenbürgerschaft.

Von Red. Horn. Erstellt am 19. Februar 2021 (11:06)
Heimatforscher Johann Rotter ist im 106. Lebensjahr verstorben.
Eduard Reininger

Rotter wurde 1915 in Mährisch Schönberg in Nordmähren geboren. Kurz nach Ablegen der Matura 1934 wurde Rotter in Schwerin zur "Bespannten Artillerie" eingezogen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Rotter fünf Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft. Danach kehrte er nach Österreich zurück und übernahm mit seiner Gattin Theresa, die 2012 verstarb, den Gutshof "Wiesent" bei Maissau.

Sechs Jahre später übersiedelte Rotter gemeinsam mit seiner Frau und seinen drei Söhnen nach Röhrenbach, wo er jahrelang den "Pfarrhof" als landwirtschaftlichen Betrieb bewirtschaftete. 

1976 ging Rotter in den Ruhestand und war in diesem Jahr intensiv in die 900-Jahr-Feier der Pfarre Röhrenbach eingebunden. Außerdem wirkte er bis 1996 als Fremdenführer auf Schloss Greillenstein. 

Die Marterlforschung und sein Interesse an der Vergangenheit wurden zu seinen wichtigen Hobbys, so wie Horn und Umgebung ihm eine kostbare Heimat wurde. Die Bücher „Lerne deine Heimat kennen", das er kurz vor seinem 100. Geburtstag schrieb, und „Antennen zwischen Himmel und Erde" sowie seine kulturelle Tätigkeit in der Gemeinde Röhrenbach geben Zeugnis davon. Die Gemeinde Röhrenbach ehrte ihn 2015 mit der Ehrenbürgerschaft.

Mit  Rotter verlor auch der ÖKB Ortsverband Fuglau und Umgebung sein ältestes Mitglied. „Er hat das Leben gekannt und hat sich auch bis ins hohe Alter durch sein Interesse an so vielem geistig auf der Höhe gehalten", so Obmann Kurt Stefal. Rotter habe den ÖKB-Ortsverband mit seiner Weitsicht und der Fähigkeit, über den Tellerrand zu schauen und alles von einer weiteren Perspektive zu sehen, in seiner aktiven Zeit für die Zukunft fit gemacht.

Darüber hinaus war Rotter auch Mitglied im Seniorenbund Röhrenbach. Im Jahr 2005 wurde Rotter der „Greilli" für hervorragende Verdienste um das Waldviertel verliehen. Begründet wurde dies damals mit, dass Rotter zahlreiche Impulse für Greillenstein und damit für das gesamte Waldviertel gesetzt habe. Als Beispiele seien die Freilegung des Renaissancebades, das Kabinett der Ahnfrau und nicht zuletzt sein Buch über die Bildstöcke im Poigreich genannt.