Mathias Ruttenstock: Freude über Bundessieg ist groß. Der Röschitzer Winzer Mathias Ruttenstock produzierte 2020 österreichweit den besten „Grünen Veltliner klassisch“.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 18. August 2021 (04:21)

Es ist die Krönung eines ohnehin schon erfolgreichen Jahres für den Röschitzer Winzer Mathias Ruttenstock. Er feierte bei der „Salon 2021“, der inoffiziellen Staatsmeisterschaft im Weinbau, mit dem „Grünen Veltliner Klassik 2020“ den Bundessieg in der Kategorie „GV Klassisch“. Das wurde am 17. August offiziell bekannt gegeben.

„Darauf habe ich hingearbeitet. Es war mein großes Ziel. Die Freude, dass es heuer geklappt hat, ist riesengroß“, sagte Ruttenstock gegenüber der NÖN. Ein Bundessieg beim Salon sei etwas, das „vielleicht einmal im Leben gelingt“, sagt er. Dass er es schaffe, daran habe er immer fest geglaubt. Zahlreiche zweite und dritte Plätze und Auszeichnungen bei anderen Wein-Prämierungen hätten ihn immer wieder dazu motiviert, fest an diesem Ziel zu arbeiten, meint er und zieht einen Vergleich zum Wintersport: „Wenn ein Skifahrer immer wieder am Stockerl steht und nicht aufgibt, sondern weiter kämpft, dann wird irgendwann der erste Sieg gelingen.“ Ruttenstock selbst hat vom Sieg erfahren, als er gerade bei einer Händlerpräsentation in Vorarlberg war. Und gerade für solche Termine sei eine solche Auszeichnung viel Wert.

Serie an Prämierungen

Dabei hatte Ruttenstock zunächst bei der Ernte im Vorjahr im Vergleich zum „fetten Jahr 2019“ gar nicht mit einem besonderen Jahrgang gerechnet. Dann folgten aber bei der Retzer Weinwoche schon Platz 3 in der Winzerwertung, ein Sortensieger (Chardonnay halbtrocken-lieblich) und fünf Weine im „Kreis der Besten“, die Prämierung des „Rauchfangkehrerweins 2021“ mit dem Weinviertler DAC 2020, tolle Erfolge bei der Landesweinprämierung mit drei Finalisten (GV Klassik 2020, Zweigelt 2019 und GV Himmelreich 2020), auch alle anderen eingereichten Weine holten hier „Gold“ sowie zuletzt die Auszeichnung „Wäldar Vin“, einer Kooperation der KäseStrasse Bregenzerwald, der Weinstraße Weinviertel und dem Regionalen Weinkomitee Weinviertel.

Maximum an drei Salon-Weinen erreicht, lange Serie geht weiter

Die Top-Bewertung bei der „Salon 2021“ sei jetzt noch das Sahnehäubchen. Ruttenstock holte mit insgesamt drei Salon-Weinen – neben dem GV Klassik kamen auch noch der GV Reipersberg und der GV Himmelreich in den Salon – das für einen Betrieb mögliche Maximum heraus. Dieses Kunststück ist ihm auch vor drei Jahren schon gelungen. Für Ruttenstock geht damit eine schon acht Jahre dauernde Serie mit Salon-Weinen weiter. Damit gehört er auch zu den österreichweit weniger als 20 Winzern, die zumindest fünf Jahre in Folge zumindest einen Wein im Salon haben.

Familie und Einklang mit Natur als Erfolgsgaranten

Den Grund für seinen Erfolg sieht Ruttenstock im Zusammenhalt innerhalb des Familienbetriebs. Die Arbeit im Weingarten werde gemeinsam erledigt – und dabei auf den Einklang mit der Natur gesetzt. Verwendet wird nur Kompostdünger, Begrünung liefert natürlichen Stickstoff, damit die Rebstöcke dann Nährstoffe zur Verfügung haben, wenn sie sie wirklich brauchen. Nicht nur Rebstöcke und Trauben, auch der Witterungsverlauf wird ganzjährig beobachtet und aufgezeichnet und mit anderen Jahren verglichen, um dann den idealen Zeitpunkt für die Lese bestimmen zu können. Den dann wirklich zu finden, dürfe man sich aber nicht nur auf analytische Werte, sondern auch auf das „Gefühl für den Rebstock und vor allem den Geschmack der Trauben“ verlassen.

„Wir arbeiten das ganze Jahr auf den einen Tag der Lese hin. Da braucht es dann auch Fingerspitzengefühl und viel Geduld. Man muss dem Wein die Zeit geben, die er braucht. Du darfst dem Wein nicht deinen Willen aufzwingen“, beschreibt Ruttenstock sein Arbeits-Credo.

Ausblick für 2021: „Schaut bis jetzt gut aus.“

Freunde des Ruttenstock-Weins dürfen sich auch im kommenden Jahr auf einige edle Tröpferln freuen. Zumindest bis jetzt habe die Witterung den Winzern in der Region gut mitgespielt. Von den Hagelunwettern sei man weitgehend verschont geblieben, die Niederschläge seien in ausreichender Menge und zum richtigen Zeitpunkt gekommen. Zwar sei die Blüte heuer im Vergleich zu den vergangenen Jahren um drei Wochen verspätet gewesen, dank der guten Niederschläge habe man aber rasch aufgeholt. Einen Vegetationsstillstand von mehreren Tagen so wie in den vergangenen Jahren habe es heuer auch nicht gegeben, die Blätter seien „tief grün und haben hohe Assimilationsleistungen, die Menge passt, auch die Qualität wird passen“, hofft Ruttenstock.