Rätselraten vor Wahl: Kandidatin unbekannt. Während die ÖVP in Röschitz vor der Wahl ihre zuletzt umgesetzten Projekte präsentierte, wollte SP-Spitzenkandidatin Emine Gül nicht mit der NÖN sprechen.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 22. Januar 2020 (04:26)
Die ÖVP-Liste in Röschitz führen Peter Hüttl, Julia Dunkl, Bürgermeister Christian Krottendorfer, Patricia Brunmüller, Vizebürgermeister Alfred Quirtner und Franz Stift an.
Franz Enzmann

Seit 2016 – damals zog die SPÖ, die seit der Gemeinderatswahl 2015 über sechs der 19 Sitze im Röschitzer Gemeinderat verfügte aus diesem Gremium aus – ist die ÖVP in Röschitz quasi politischer Alleinunterhalter. Nun fand sich für die Gemeinderatswahl 2020 doch wieder eine Gruppe von fünf Personen, die für die SPÖ in den Wahlkampf ziehen.

SP-Spitzenkandidatin Emine Gül wollte sich gegenüber der NÖN nicht äußern.
privat

An der Spitze der SP-Liste steht mit Emine Gül eine Neueinsteigerin in der Röschitzer SPÖ. „Aber“, so Bürgermeister Christian Krottendorfer (ÖVP): „Niemand kennt diese Dame.“ Er werde häufig von Gemeindebürgern gefragt, wer die SP-Kandidatin (auf Listenplatz zwei kandidiert ihr Sohn) sei.

„Aber ich weiß überhaupt nichts über sie“, sagt Krottendorfer weiter. Zudem sei es bedenklich, dass nicht nur Personen, die keinen Bezug zu Röschitz haben, auf der Liste stehen, sondern auf den Positionen drei bis fünf auch drei Kandidaten, die schon bei der Wahl 2015 auf der SPÖ-Liste gestanden haben und „schon nach dem Auszug der SPÖ 2016 keine Verantwortung für unsere Gemeinde übernehmen wollten“, stellte Krottendorfer fest.

SP-Spitzekandidatin Bezirksrätin in Penzing

Die NÖN wollte Emine Gül um eine Stellungnahme zu den Fragen bitten und sie zu ihren Plänen für bzw. ihren Bezug zu Röschitz befragen. Trotz mehrmaligem Ersuchen blieb ein Rückruf bis Redaktionsschluss allerdings aus.

Gül ist Bezirksgeschäftsführerin der SPÖ in Wien-Penzing und dort auch Vorsitzende des Bezirksbauausschusses und der Bezirksentwicklungskommission. SPÖ-Bezirksvorsitzender Josef Wiesinger meinte zur Frage, warum eine „unbekannte Kandidatin“ in Röschitz antrete, dass es „immer drauf ankommt, für wen jemand unbekannt“ sei.

Indes stellte die ÖVP Röschitz im vollbesetzten Saal im Kultur- und Veranstaltungszentrum ihr Team für die kommende Gemeinderatswahl vor. Fast alle Kandidaten nahmen an der Vorstellungsrunde teil. Neben der Schaffung von Wohnraum stehen für die ÖVP in der kommenden Periode die Projekte Nahversorger und „Naturschätze westliches Weinviertel“ sowie der Beitritt als Klimabündnisgemeinde im Wahlprogramm.

Die Volkspartei Röschitz tritt mit 38 Kandidaten aus den Orten Roggendorf, Klein-Jetzelsdorf, Klein-Reinprechtsdorf und Röschitz an.