Erstellt am 30. April 2015, 05:05

von Martin Kalchhauser

Kraftwerk: EVN will informieren. Einmal mehr wird betont: Für Rosenburg gibt es noch kein konkretes Projekt.

Teilnehmer an der Naturschutzbund-Exkursion vor dem Kamp unterhalb der Rosenburger Wehr: Umweltschützer treten gegen höheren Stau und umfangreiche Ausbaggerung des Unterwassers auf.  |  NOEN, Werner Gamerith

Nach der vorwöchigen Naturschutzbund-Exkursion zum Kampkraftwerk Rosenburg, bei dem erneut vor einer Naturzerstörung durch eine massive Ausweitung des Betriebs gewarnt wurde, geht die EVN in die Offensive. Einmal mehr wird betont, dass es kein fertiges Projekt gibt. Für Juni ist jetzt immerhin eine Informationsveranstaltung geplant.

Kein konkretes Projekt, aber „Überlegungen“

„Wir sind mit den betroffenen Bürgermeistern Wolfgang Schmöger und Markus Reichenvater in Kontakt und werden voraussichtlich im Juni in Rosenburg eine Informationsveranstaltung abhalten“, meint Pressesprecher Stefan Zach. „Bevor wir ein Projekt machen, schauen wir uns natürlich an, was machbar ist. Derzeit gibt es mehrere Überlegungen, die von einer Stilllegung bis zu einem Vollausbau reichen.“

Beide Extreme der sechs bis sieben Varianten seien unwahrscheinlich. „Aus wirtschaftlicher Sicht werden da vermutlich am Ende zwei bis drei übrig bleiben.“ Es gebe nach wie vor kein konkretes Projekt, die EVN sei aber unter Druck, weil das Wasserrecht für die Anlage 2026 auslaufe und das Kraftwerk vorher „auf den aktuellen Stand der Technik“ gebracht werden müsse. Zudem schreibe die Wasserrahmen-Richtlinie der EU im Sinne der Verbesserung der Zustände der Flüsse vor, dass ab 2027 mehr Wasser im Kamp verbleiben müsse. „Da würden wir bei der derzeitigen Lage 10 bis 30 % der Leistung verlieren.“

Eines ist für Zach aber klar: „Eine ,sanfte Variante‘, das Kraftwerk herzurichten, gibt es nicht.“ Deshalb sei im Fall von Bauarbeiten auch nicht zu vermeiden, dass Zufahrtswege geschaffen werden müssten. „Es ist nicht alles vermeidbar. Baugeräte müssten sogar dann hinkommen, wenn wir das alte Kraftwerk abreißen.“