Bürgermeister im Interview: Wasser bleibt das Thema. Dritter Brunnen für die Wasserversorgungsanlage der Gemeinde Rosenburg-Mold steht weiter im Fokus. Auch Hochwasserschutz und Baulanderweiterung wichtige Themen.

Von Georgia Kazantzidu. Erstellt am 13. Februar 2021 (04:33)
Bürgermeister Wolfgang Schmöger.
Martin Kalchhauser

Wolfgang Schmöger ist seit 1997 als Bürgermeister im Amt. Damit ist er der zweitlängstdienende Bürgermeister des Bezirks. Die NÖN bat ihn zum Interview über die aktuelle Situation.

NÖN: Sie sind wenige Tage vor dem ersten Lockdown erneut als Bürgermeister angelobt worden. Dann ist das Jahr 2020 wohl nicht mehr so verlaufen, wie Sie sich das erhofft haben?

Wolfgang Schmöger: Sicher nicht. Das Jahr 2020 war auch in unserer Gemeinde geprägt vom Coronavirus und brachte gesellschaftlich und finanziell eine Katastrophe mit sich.

Bleiben wir beim finanziellen Teil, schauen aber in die Zukunft: Muss die Gemeinde wegen der Einbußen Projekte, die für 2021 geplant waren, verschieben?

Schmöger: Derzeit müssen wir das noch nicht. Eher im Gegenteil: Wir haben einige wichtige Projekte vor uns!

Zum Beispiel?

Schmöger: Ein Thema ist die Trinkwasserversorgung. Wir brauchen einen dritten Brunnen für die Wasserversorgungsanlage. Ein weiteres Thema ist der Hochwasserschutz. Da gehen wir den zweiten Bauabschnitt in Mold an. Und das Thema Baulanderweiterung in den Orten ist ohnehin von großer Bedeutung. Außerdem konnten im Vorjahr coronabedingt einige Vorhaben nicht umgesetzt werden, die werden wir jetzt 2021 nachholen.

Wenn Sie auf das Vorjahr zurückblicken: Gibt es auch Dinge, die sie positiv bewerten würden?

Schmöger: Was man positiv gemerkt hat, ist die Tatsache, dass die Hektik aus dem Alltag großteils verschwunden ist und sich die Leute mehr auf das Wesentliche im Leben konzentrieren können. Aber auch die Digitalisierung hat einige Vorteile gebracht?

Welche sind das konkret?

Schmöger: Etwa, dass in der Wirtschaft und auch den öffentlichen Institutionen ein sehr rascher Wechsel vom Präsenzbetrieb ins Homeoffice erfolgen konnte und auch Veranstaltungen und Fortbildungen mittlerweile ohne größere Probleme online über Webinare durchgeführt werden können. Besonders lobenswert ist aber das Verhalten der Bevölkerung. In der Krise hat sich gezeigt, dass Freiwilligkeit in unserer Region gelebt wird. Es freut mich , dass ich in diesen schwierigen Zeiten auf meine Leute zählen kann und dass die Bevölkerung bzw. die Generationen in der Krise zusammengerückt sind und sich gegenseitig unterstützen.

Inwieweit hat es auch eine Änderung in Ihrer Arbeit als Gemeindechef gebracht?

Schmöger: Der persönliche Kontakt zu den Bürgern musste leider stark reduziert werden und darunter leiden auch immer wieder Besprechungen und Vorhaben. Der Bürgerkontakt ist das Um und Auf für einen Bürgermeister. Der mangelnde Kontakt hat da naturgemäß ein großes Loch gerissen. Außerdem hat sich das Aufgabenspektrum im Laufe der Pandemie immer stärker verlagert, zuletzt mussten die Gemeinden schon die Teststraßen organisieren bzw. manche Gemeinden sind bereits bei der Planung von Impfstraßen. Flexibilität ist dabei immer gefordert – aber nicht nur von den Bürgermeistern, sondern auch von der Bevölkerung.

Wenn Sie sich für 2021 etwas wünschen können: Was wäre das?

Schmöger: Dass wir das Coronavirus in den Griff bekommen und dass wieder eine gewisse Normalität einkehrt.