Sommertheater: Vorurteile sind zum Weglachen da

Erstellt am 05. Mai 2022 | 05:27
Lesezeit: 3 Min
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Werden ab der Premiere am 23. Juni gemeinsam mit ihren Kollegen auf der Rosenburg für Unterhaltung sorgen: Paul Graf, Konstanze Breitebner, Curdin Caviezel und Onur Poyraz.
Foto: Martin Hesz
Die Sommernachtskomödie auf der Rosenburg bietet mit Michael Niavaranis „Manche mögen’s verschleiert“ heuer Lachtherapie gegen scheinbare Gegensätze.
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Tradition versus Freiheit. Recht gegen Religion. Exil & Asyl. Bei Nina Blums Sommernachtskomödie Rosenburg erobern heuer zeitgenössische Themen die Theater-bühne. Gegeben wird heuer „Manche mögen’s verschleiert“, Michael Niavaranis Theaterfassung des französischen Kultfilms „Voll verschleiert“. Premiere auf der Rundbühne vor der Rosenburg ist am 23. Juni, gespielt wird bis 31. Juli.

Zum Stück: Ein Liebespaar zwischen zwei Kulturen. Ein Bruder, der zum religiösen Fundamentalisten geworden ist. Und Eltern, die jede Petitesse am Mittagstisch zum Politikum werden lassen. Die Ingredienzien garantieren Zündstoff – und gleichzeitig Attacken auf die Lachmuskeln. Niavarani, Wiener Kultkabarettist mit persischen Wurzeln und Großmeister des Humors, begibt sich bereits zu Beginn auf vermintes Terrain: „Unsere Wohnung ist doch nur deshalb so klein, weil ihr unbedingt im Nobelviertel wohnen wolltet“, sagt Alexander zu Mitra. Die kontert: „Ja, entschuldige bitte, wir sind Perser – wo sollen wir sonst wohnen? In den Slums, bei den Migranten? Das ist doch absurd.“ Auch die Themen Verschleierung von Frauen, Radikalisierung und männliche Dominanz bleiben nicht ausgespart. So fragt Leila frei heraus: „Will der Pascha heute zu Hause speisen oder muss er noch in den Heiligen Krieg ziehen?“

Sie schätze zeitgenössische Komödien mit Tiefgang, sagt Intendantin Nina Blum. Niavarani sei das Kunststück gelungen, sich kabarettistisch mit Vorurteilen und Kulturunterschieden auseinanderzusetzen, jedoch ohne jemanden zu beleidigen oder vor den Kopf zu stoßen. „Seine temporeiche Sprache und eine gute Portion Slapstick machen diese Verwechslungskomödie im Stil von ‚Manche mögen’s heiß‘ oder ‚Charleys Tante‘ zu einer geistreichen Unterhaltung. Am Ende ist das Stück eine Einladung zur Versöhnung. Lachen als Therapie gegen Vorurteile. Radikalisierung als Witz“, sagt Blum. Sehen lassen kann sich auch heuer das Schauspielteam: Konstanze Breitebner, Manfred Stella, Curdin Caviezel, Soi Schüssler, Onur Poyraz, Mirkan Öncel, Onur Cagdas Sahan, Daniel Keberle und Paul Graf werden auf der Rosenburg zu sehen sein.

Die Sommernachtskomödie ist ein „Green Event“

Die Vorstellungen finden im wettersicheren, weil überdachten Theaterzelt vor der Rosenburg statt. Alle Plätze bieten individuelle und perfekte Blicke auf das Geschehen auf der Rundbühne. Und sechs Bühnenlogen jeweils Platz für vier Personen. Hier erleben Besucher die Vorstellung hautnah aus Reihe eins – inklusive einer gekühlten Flasche Sekt. Außerdem gibt es zwei barrierefreie, Rollstuhl-geeignete Plätze und am 17. Juli einen Bustransfer von Wien auf die Rosenburg und retour.

Klimafreundlichkeit und soziale Teilhabe sind bei der Sommernachtskomödie Rosenburg heuer wichtige Themen. „Wir werden erstmals ein Green Event sein und lassen die Veranstaltung nach den Kriterien des Österreichischen Umweltzeichens zertifizieren. Wir befinden uns gerade mitten in diesem Prozess“, erklärt Blum. Das bedeutet, dass das Team während der Organisation Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte im Fokus hat. Geachtet wird etwa auf klimafreundliche Mobilität und klimafreundliche Ernährung, es werden Ressourcen geschürt und Abfall vermieden. „Ich und das gesamte Team sind der Meinung, dass klimafreundliche Events in Zeiten des Klimawandels eine Selbstverständlichkeit sind. Auf diese Weise können unsere Besucher und wir die Vorstellungen mit gutem Gewissen genießen“, so Blum.

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