Eggenburger ÖVP hält zu Brandstetter: „Gezielte Hetze“. Eggenburger ÖVP-Granden stellen sich demonstrativ hinter Ex-Justizminister Wolfgang Brandstetter und wittern Schlammschacht und Hetze gegen ÖVP-nahe Personen.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 09. Juni 2021 (05:05)
Wolfgang Brandstetter erhält Rückendeckung aus der Eggenburger ÖVP.
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Weggefährte Willi Jordan hält Brandstetter für einen „grundehrlichen Menschen“.
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Rückendeckung aus seiner Heimatgemeinde gibt es für Wolfgang Brandstetter: Nachdem der ehemalige Vizekanzler und Justizminister in der Vorwoche wegen aufgetauchter privater Chats mit Sektionschef Christian Pilnacek seinen Rückzug als Höchstrichter am Verfassungsgerichtshof erklärte, stellen sich ÖVP-Vertreter hinter den 63-Jährigen. Vertreter der Eggenburger SPÖ wollten sich nicht zur Causa äußern.

Als „gezielte Hetze“ bezeichnet Bürgermeister Georg Gilli die an die Öffentlichkeit gespielten Chats. Dabei seien sich Politiker anderer Parteien „nicht zu blöd“, bei dieser „Hetzkampagne“ gegen ÖVP-nahe Personen zusammen zu arbeiten. Ähnlich sieht Gillis Vorgänger Willi Jordan die Causa. Er fordert, dass man diese „Schlammschlacht gegen die Türkisen“ einstelle. Diese Form der Oppositionspolitik sei eine „schreckliche“: „Opposition und Kontrolle sind wichtig. Aber das geht in Richtung Menschenjagd.“ Auch wenn er über die von Pilnacek geschriebenen Nachrichten enttäuscht sei, Brandstetter selbst habe sich nichts zu Schulden kommen lassen.

Bürgermeister Georg Gilli hält die „Schlammschlacht“ um Brandstetter für „grauslich“.
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Es sei menschlich verständlich, dass man einen Freund nach privaten Chats nicht anzeige: „Auch wenn diese Personen in gewissen Positionen sind: In privaten Unterhaltungen drückt man sich eben manchmal nicht so aus, wie man es öffentlich tun würde“, sagt Jordan. Generell sei es zu hinterfragen, warum man private Unterhaltungen veröffentliche: „Wo bleibt da der Datenschutz?“ Für Gilli, der Brandstetter als umgänglichen Typ und hochintelligenten Mensch bezeichnet, sei es „grauslich, dass er sich dieser Situation jetzt gegenüber sieht“.

Jordan: „Bin froh, sein Freund zu sein“

Ebenso wie ÖVP-Bezirksobmann Jürgen Maier, der Brandstetter für über jeden Tatverdacht erhaben hält, nimmt Jordan seinen langjährigen Freund aus Jugendtagen in Schutz. Brandstetter sei ein „grundehrlicher Mensch“ und ein „Jurist mit feinster Klinge“. Dass er sich aus dem Verfassungsgerichtshof zurückzieht, hält er für die richtige Entscheidung: „Ich habe ihm das auch gesagt. Er hat es nicht notwendig, sich diesen Anfeindungen auszusetzen“, sagt Jordan und fügt an: „Ich bin froh, sein Freund zu sein.“