Im Garser Bad blieben Besucher aus. Knapp 23.000 Badegäste bedeuten ein Minus von einem Drittel.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 01. Oktober 2020 (06:06)
Den Badeschluss mit Mitte September hat der ressortverantwortliche Gemeinderat Josef Wiesinger ausgerufen. Ein coronabedingter späterer Beginn und das schlechte Wetter im Spätfrühling brachten Einbußen von rund einem Drittel.
Rupert Kornell

„Es war keine optimale Saison, die beiden ersten Monate sind wir im wahrsten Sinn des Wortes baden gegangen“, beweist SPÖ-Gemeinderat Josef Wiesinger als Resortverantwortlicher für das Sport- und Erlebnisbad Gars, Galgenhumor.

Erst am 29. Mai, drei Wochen später als sonst, wurde – bedingt natürlich durch Corona – die diesjährige Badesaison eröffnet, und dann kam eine Regenperiode, bei der logischerweise kaum jemand den Weg ins Bad fand. „Ab Anfang, eher Mitte Juli ist es dann besser gelaufen, aber was vorher versäumt wurde, ist in zwei Monaten nicht mehr aufzuholen“, sagt Wiesinger.

22.840 Badegäste wurden heuer gezählt, das entspricht in etwa zwei Drittel des fünfjährigen Durchschnitts, im Vorjahr waren es knapp über 28.000. Einer der wichtigsten Gründe war die – berechtigte – Angst vieler Leute vor Corona, sie wollten einfach Menschenansammlungen vermeiden. Dabei hatte man vorgesorgt, die Leute wurden auf die Abstandsregel und die Eigenverantwortung hingewiesen, Zugänge zum Buffet oder zum Sprungturm wurden mit Markierungen versehen, um die Leute zu „kanalisieren“.

Kamen früher an Spitzentagen 1.500 bis 1.700 Badegäste, waren es in dieser Saison an einigen Tagen über den Tag verteilt höchstens tausend. Wiesinger: „Das spiegelt auch in etwa dieses Drittel weniger wider.“ Und um ein Drittel weniger Einnahmen wurden daher auch lukriert, die Personalkosten waren aber nicht um so viel weniger, weshalb die Gemeinde wohl etwas tiefer als sonst in die Tasche werde greifen müssen, um den Abgang zu decken.

Um 100 Prozent mehr Besucher mit NÖ Card

Deshalb sei auch nicht angedacht gewesen, die Saison über den 13. September hinaus zu verlängern, „denn wegen drei, vier schöner Tage rentiert sich das nicht“.

Was Wiesinger und sein Team in der Kassa und der Aufsicht bzw. Betreuung feststellen konnten, dass eher weniger Garser, aber viele Auswärtige gekommen sind, Wanderer und Radler, und diese häufig die NÖ Card zückten, die freien Eintritt gewährte. „Heuer waren es in den zwei Sommermonaten rund eintausend Besucher, das sind doppelt so viel als bisher in der ganzen Saison.“

Und die frequentierten zum Teil auch den Kamp, denn das erfrischende Flusswasser bot ausgezeichnete Abkühlung sowie Vergnügen, denn heuer waren im Bad-Bereich wesentlich weniger Algen als sonst, obwohl dieses Jahr kein Mähboot durch den Kamp pflügte und die ärgsten Verkrautungen beseitigte.

Was Wiesinger ganz besonders freut: „Wir hatten Gott sei Dank keinen einzigen Unfall, wir sind sehr gut über die Runden gekommen.“

Der Beginn der Saison 2021 ist übrigens auch schon fixiert, eröffnet wird am 13. Mai – wenn alles gut geht …