Waidhofner Reisebüro als Retter der Not. Michaela Scheidl verhalf gestrandeten Urlaubern zu ihrer Heimkehr, auch wenn sie nicht bei ihr gebucht hatten.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 01. April 2020 (02:36)
Michaela Scheidl (Mitte) mit ihren Mitarbeiterinnen Sonja Burggraf und Tanja Dangl: „Wenn Freunde kamen und mir erzählten, dass jemand in Schwierigkeiten steckt, habe ich mich halt bemüht, denen zu helfen.“
zVg

„Reisen & Mehr“ hat das Mehr mit einem Engagement bewiesen, bei dem Geschäftsführerin Michaela Scheidl in Hollenbach (Bezirk Waidhofen) gestrandete Österreicher aus dem Urlaub zurückholen konnte – und somit zur Retterin in der Not wurde. Sie hat nicht nur Leuten geholfen, die bei ihr gebucht hatten.

„Wenn Freunde kamen und mir erzählten, dass jemand aufgrund der Corona-Maßnahmen in Schwierigkeiten steckt, habe ich mich halt bemüht, denen zu helfen“, meint Scheidl bescheiden. „Ich habe mich mit dem Außenministerium verständigt oder mit den Reiseleitungen vor Ort um festzustellen, wo die Personen sind, und ob Flüge gestrichen worden sind.“

Große Reisebüros hätten Urlaubern zum Teil mitgeteilt, dass sie nicht mehr zuständig seien und diese sich an den Veranstalter wenden sollen. „Wir sagten, wir geben nicht auf und holen die Leute zurück“, schildert sie ihr entschlossenes Vorgehen. Das habe „mit vereinten Kräften und direktem Kontakt zu den Airlines“ funktioniert. Scheidl war auch samstags, teilweise bis halb zwei in der Früh, für ihre Kunden da und hat sie aus Ländern wie USA, Malediven oder Spanien zurückgeholt.

Weniger freudig ist die Situation des Büros, das wegen kostenfreier Stornos keine Einnahmen hat. Zwei Teilzeitmitarbeiterinnen und eine Reinigungskraft seien in Kurzarbeit. „Ohne staatliche Unterstützung ist ein Überleben gerade nicht möglich. Es wird aber auch wieder eine Zeit nach Corona geben.“

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