Saustall-Projekt schon in Planung gestorben. Landwirt nimmt nach Bürgerprotest und Einspruch der Stadtgemeinde Eggenburg Abstand von seinem Vorhaben.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 04. März 2014 (23:59)
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Von Martin Kalchhauser

Immer wieder gehen in Gauderndorf wegen der Bedrohung der Lebensqualität die Wogen hoch (die NÖN berichtete). Meistens geht es um Ausbauwünsche der Großschlächterei Dachsberger. Diesmal entzündete sich der Zorn aber an einem Saustall-Projekt.

Nachdem dem umfangreichen Vorhaben des Schlachthofs Dachsberger seitens der Bezirksverwaltungsbehörde Einhalt geboten wurde, tat sich in der Eggenburger Katastralgemeinde nun eine neue Front auf. Der Landwirt Josef Schuh, der im Dorfzentrum einen Schweinestall mit 1.500 Tieren betreibt, wollte außerhalb des Dorfes einen weiteren bauen. Den Zorn einiger zog er sich zu, weil er mit einer geplanten Zahl von 2.460 Tieren haarscharf unter der Grenze (3.000) blieb, bei der eine Umweltverträglichkeitsprüfung obligat wäre.

Anrainer fürchten ständigen Geruch

Aufgebrachte Anrainer der Dorfgemeinschaft Gauderndorf alarmierten den Bürgermeister. Ihre Argumente: Der neue Stall liege nur rund 300 Meter von den nächsten Häusern entfernt und außerdem in der Hauptwindrichtung des Ortskerns. Der Gestank würde sich wegen der Tieflage über das ganze Dorf verteilen. Schon jetzt sei man stark belastet. „Vielleicht würde der neue Stall diese Intensität nicht erreichen, aber wir fürchten ständigen Geruch“, brachte es ein potenzieller Betroffener auf den Punkt. „Unsere Häuser werden immer mehr entwertet.“

Unterschriftenliste führt zu „Nein“

„Es gab eine Unterschriftenliste, aufgrund derer ich veranlasst war, etwas zu unternehmen“, erklärt Bürgermeister Willi Jordan die Motivation für das „Nein“ der Gemeinde Eggenburg zu den dem Land angezeigten Plänen. Wird der „kleine“ Landwirt Schuh seitens der Gemeinde härter angefasst als der Großbetrieb Dachsberger? Jordan: „Die Pläne der Firma Dachsberger werden von der Bezirksverwaltungsbehörde begutachtet, aber auch diesem Betrieb wird es heute sicher nicht mehr so leicht gemacht wie vielleicht früher.“

Schuh hat indes seinen Gegnern den Wind aus den Segeln genommen. „Das Vorhaben ist nicht mehr relevant, ich habe mein Projekt zurückgezogen“, berichtete er im Telefonat mit der NÖN. „Ich weiß aber nicht, ob sich die Gemeinde meinen Plan überhaupt je ordentlich angeschaut hat!“ Der Stall wäre immerhin 1,2 Kilometer weit vom Ort weg errichtet worden.

Was wird Schuh nun anstelle seines Stallbaus unternehmen? „Ich weiß nicht, was in einem halben Jahr ist“, meint er kryptisch. „Vielleicht fällt mir ja etwas ganz anderes ein!“