Erstellt am 03. Dezember 2013, 23:59

Schlechte Karten für Windpark Sasswald. Vorentscheidungen | Geraser Projekt angeblich nicht realisierbar. Windpark Nord: Reduzierung der geplanten 31 Anlagen angedacht.

So bedrohlich stellt sich für die Gegner des Windparks Thumeritzer Sasswald die optische Beeinträchtigung durch den geplanten Windpark dar. Jetzt dürfte dieses Projekt doch nicht umgesetzt werden.  |  NOEN, Fotomontage
Von Martin Kalchhauser

Hinter den Kulissen wird im Land NÖ eifrig am Entwurf des Plans künftiger Nutzflächen für Windenergie gearbeitet. Zwischenergebnisse, die in der Vorwoche bekannt wurden, lassen Gegner des Windparks Sasswald hoffen. Eine letztgültige Entscheidung steht aber aus.

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„Der geplante Windpark soll angeblich nicht in der erlaubten Zone sein. Offizielle Mitteilung habe ich aber keine“, meint etwa der Geraser Bürgermeister Johann Glück über die Realisierbarkeit des Projekts Thumeritzer Sasswald, von der vor allem Japonser Bürger betroffen wären. „Es ist keine Entscheidung gefallen. Wir haben das Projekt weder ad acta gelegt noch betreiben wir es derzeit besonders aktiv“, stellt der potenzielle Betreiber Heinrich Hoyos im NÖN-Telefonat fest.

Eine klare Aussage kommt vom Sprecher der Waldviertler Bürgerinitiativen, Michael „Jimmy“ Moser, der aus einer Besprechung mit Landesrat Stephan Pernkopf wissen will, dass es gegen den Sasswald-Standort (geplant sind 13 Anlagen, Anm.) vogelkundliche Bedenken gebe. „Dieser Standort kommt zur Zeit nicht infrage.“

Wird Windpark Nord kleiner als geplant? 

Unter den 22 möglichen Standorten im Waldviertel findet sich mit dem Windpark Nord (31 Anlagen) in den Gemeinden Langau, Weitersfeld und Hardegg ein weiterer großer im Bezirk Horn. „Im grenznahen Bereich ist dort eine Reduzierung der Zahl der Windräder angedacht“, berichtet Moser. „Der Park selbst ist aber in den Eignungsflächen nach wie vor drinnen.“ Ebenfalls noch im Rahmen des Möglichen liegt das Projekt in der Wild, wo neben der Gemeinde Brunn auch angrenzende Gebiete in den Bezirken Zwettl und Waidhofen betroffen sind.

Mitte Dezember sollen die Potenzialflächen feststehen. Dann werden die Gemeinden informiert und sollen die Pläne zwei Wochen öffentlich auflegen.

Vom Büro Pernkopf gibt es weder eine Bestätigung noch ein Dementi. „Seit Juni arbeiten Experten aus den Bereichen Raumordnung, des Landschafts- und Naturschutzes, der Ornithologie und des Tourismus an einem Entwurf, der schon weit gediehen ist“, stellt Projektkoordinator Franz Angerer fest. „Wenn Vertreter der Bürgerinitiativen Informationen aus Arbeitspapieren zitieren, bevor der Entwurf fertig ist, trägt das nur zur Verunsicherung der Bevölkerung bei. Klar ist aber schon jetzt, dass gerade im Waldviertel viele Flächen – aus verschiedensten fachlichen Gründen – nicht möglich sein werden.“