Horner „First Responder“-Hilfsnetz wird gestärkt. „First Responder“ sollen noch heuer in Eggenburg, Langau und Irnfritz eingesetzt werden. Sie werden zu Hause alarmiert.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 10. Februar 2019 (07:13)
RK Horn
Bereit für jeden Einsatz – und immer dankbar, wenn sich Menschen fürs Rote Kreuz engagieren (v. l.): Günter Porsch, Thomas Ledwinka, Martin Amon, Christian Kusdat und Julia Vyhnalek.

Weniger Alarmierungen, weniger zurückgelegte Kilometer und weniger Einsatzstunden im Gesundheits- und Sozialen Bereich: Die Leistungsbilanz 2018 bedeutet aber für die Rotkreuz-Bezirksstelle Horn nicht, dass sie sich zurücklehnen kann. Sie ist im Gegenteil dabei, noch besser auf Ernstfälle reagieren zu können – mit „First Responder“.

Die „Erstversorger“ sind Mitarbeiter aus dem Rettungsdienst, die ehrenamtlich und außerhalb ihrer Dienstzeiten zu Hause alarmiert werden können und damit gegenüber dem Rettungsdienst einen Zeitvorsprung haben. Ihnen wird dafür die erforderliche Ausrüstung zur Verfügung gestellt. Genau das befindet sich in Horn gerade im Aufbau. „Der Plan ist von unseren Rettungssanitätern gekommen“, erzählt Geschäftsführer Martin Amon. Eggenburg, Langau und Irnfritz sollen in der zweiten Jahreshälfte „First Responder-Stützpunkte“ werden.

Rotes Kreuz sucht stets nach neuen Sanitätern

Ansonsten ist die Bezirksstelle stets auf der Suche nach Freiwilligen, die Dienste übernehmen. Die Gesundheits- und Sozialen Dienste seien weniger das Problem, schildert Amon. Grund: Man benötigt dafür keine zeitaufwendige Ausbildung. Ganz anders sieht die Lage bei den Rettungs- und Krankentransporten aus. Die Ausbildung der mitfahrenden Sanitäter umfasst 100 theoretische und 160 praktische Stunden. 15 Personen absolvieren gerade in Horn den Lehrgang. „Wir können nur alle zwei Jahre einen Kurs anbieten, sonst kriegen wir die Leute nicht zusammen, die Teilnehmerzahl wäre zu gering“.

Schwierig sei die Besetzung der Nachtdienste, die vorwiegend hauptberufliche Mitarbeiter übernehmen (müssen). Die Ehrenamtlichen nehmen eher davon Abstand, denn: „Es gibt selten Nächte, wo nichts los ist.“ Viel Ruhe bleibt da nicht und das kann zum Problem werden, wenn man tagsüber übermüdet seiner Arbeit nachgehen muss. Das kann zur Gefährdung des Jobs führen, so Amon. Man müsse Verständnis aufbringen, dass sich die freiwilligen Helfer das nicht antun wollen.