Schon seit Kindheit fix: „Ich werde Winzerin!“. Roggendorf, Ath / Katharina Daffert aus Roggendorf mischt ab 7. April bei Weinmeisterschaft in Belgien mit.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 01. April 2014 (09:03)
Daumen halten in Roggendorf: Die Eltern Brigitte und Adolf sowie Bruder Lukas stießen fürs NÖN-Foto mit der Europa-Weinmeisterschaftskandidatin Katharina Daffert auf einen Erfolg in Belgien an. Foto: Martin Kalchhauser
NOEN, Martin Kalchhauser

In der 30.000-Einwohnerstadt Ath geht vom 7. bis 10. April die Europäischen Weinmeisterschaft über die Bühne. Mit dabei ist die 18-jährige Katharina Daffert aus Roggendorf, die dort ihre Weinbauschule Krems vertritt und für Rot-Weiß-Rot einen Erfolg einfahren möchte.

Die Schülerin des 4. Jahrgangs konnte sich zuerst an der Schule, dann noch bei einer englischsprachigen Ausscheidung für den Bewerb qualifizieren. 248,5 von 300 Punkten holte sie im praktischen und theoretischen Wettbewerb, bei dem es unter anderem um Kellerwirtschaft, Weinbau und Weinsensorik geht.

„Im praktischen Teil waren Aufgaben wie Rebschnitt, Veredelung und Spritzmittelberechnung zu lösen“, erzählt sie. Katharina landete am Schluss auf Platz zwei. Da der Kandidat vor ihr zu jung war, um antreten zu dürfen, rückte sie auf. Ebenfalls von der Kremser Schule in Belgien mit dabei ist die nunmehrige Nummer 2, Christiane Distl aus Perchtoldsdorf.

Ziel? „Besser sein als die Klosterneuburger!“ 

Neben den Schülerinnen der WBS Krems sind auch Vertreter der HTLBA in Klosterneuburg, der Landwirtschaftlichen Fachschule Eisenstadt und der Weinbauschule Silberberg (Steiermark). Der Bewerb läuft in Englisch ab, und Katharina hat sich mit Teamleiter Rainer Vogler und anderen Lehrern gewissenhaft vorbereitet.

Ob es für einen Spitzenplatz reichen wird? Der olympische Gedanke hat Vorrang, obwohl eine Qualifizierung auf den vorderen Plätzen natürlich ein Hit wäre. „Vor allem aber wollen wir die Klosterneuburger schlagen!“, verrät die Roggendorferin, dass es zwischen den beiden Niederösterreichischen Fachschulen eine besondere Rivalität gibt.

Ausgleich zum Lernen findet die Jungwinzerin beim Malen (Acryl), wobei sie Weinbau-Motive bevorzugt. Doch sie liebt auch die praktische Arbeit im elterlichen Betrieb, wo Vater Adolf und Mutter Brigitte gemeinsam 60 Hektar bewirtschaften, davon fünf Hektar Wein.

„Katharina hat schon als kleines Kind immer gesagt, dass sie Weinhauerin werden will“, erzählt Mutter Brigitte. „Eine Praxis machen, im In- und im Ausland“, sagt ihre Tochter auf die Frage, was sie nach der Schule (ab dem Sommer) anpeilt. Und „zu Hause weitermachen“, wo sie sich die Arbeit auch mit Bruder Lukas (16) teilen kann. Der besucht die selbe Schule wie sie.