Seelische Zustände in den Bildern sichtbar. Wien, Gars | Nur kurze Zeit war ein toller Querschnitt aus dem Schaffen Helmuth Gräffs in einer Anwaltskanzlei in Wien zu sehen.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 17. Juni 2014 (12:24)
NOEN, Martin Kalchhauser
Bei der Gräff-Ausstellung in Wien konnten trotz des intimen Rahmens auch großformatige Werke wie das Triptychon im Hintergrund gezeigt werden: Friedrich Polleroß, Bettina Nezval, Künstler Helmuth Gräff, Gastgeberin Daniela Cwitkovits, Anton Ehrenberger, Sonja Gräff und Gastgeber Andreas Cwitkovits (von links). Foto: Martin Kalchhauser
Sensationelle Bedingungen – wider Erwarten keine beengten Verhältnisse – erwarteten den akademischen Maler Helmuth Grräff und seine Werke bei einer Ausstellung in der Anwaltskanzlei Cwitkovits im 3. Wiener Gemeindebezirk.

Werke von Malreisen und mystische Motive

Nicht nur für einen Querschnitt durch alle Bereiche seines Schaffens, darunter lavierte Graphitkreide-Bilder oder mit Tuschpinsel und Schwamm gearbeitete Werke war Platz. Und die Buntheit der Werke und der Techniken beeindruckte nicht nur „Neue“ unter den Ausstellungsbesuchern.

In der Schau unter dem Motto „Memento mori“ zu sehen waren Werke von Malreisen nach Italien und Frankreich ebenso wie die mystischen Motive aus der engeren Umgebung des Künstlers, die im Waldviertel entstanden sind.

Botschaften durch Symbole übermittelt

Gräff, der ein Anhänger des tibetischen Buddhismus ist, erklärte seine Bilder: „Ich will mit Werken wie dem Tryptichon seelische Zustände sichtbar machen.“ Dabei arbeitet er mit zahlreichen Symbolen. So stehen Tiere für Triebhaftes, offene Bücher für die Zukunft, … Sein Bestreben sei es, den Expressionismus mit dem tibetischen Gedankengut zusammenzubringen. „Viele Künstler von heute wären großartige Autoverkäufer – das Marketing ist dominant, aber die Kunst steht oft im Hintergrund“, erlaubte er sich auch einen kritischen Blick.

Gräff ist einer der letzten ausschließlichen „Plein-air“-Maler (die im Gegensatz zu Atelier-Malern ausschließlich direkt am abzubildenden Objekt arbeite, Anm.). Die bislang letzte Malreise führte den Garser nach Bali, von wo er 47 Werke mitgebracht hat.

Demnächst wird es mit diesen eine Ausstellung in Wien geben. Die Gäste der Vernissage in der Anwaltskanzlei Cwitkovits konnten sich anhand eines Filmes, der den Künstler beim Arbeiten auf der indonesischen Insel zeigt, ein Bild von Landschaft und Tempeln sowie der Arbeit des Künstlers an Ort und Stelle machen.