Sensation in Eggenburg. Das bisher punktlose Schlusslicht Eggenburg rang den Tabelllendritten Wiener Neustadt nieder.

Von Bernd Dangl und Malcolm Zottl. Erstellt am 26. Januar 2020 (10:32)

EGGENBURG - WIENER NEUSTADT 21:20.

Dramatische Schlusssekunden in der Eggenburger Stadthalle. Spielstand 20:20, die Gastgeberinnen gelangen 20 Sekunden vor Schluss in Ballbesitz. Trainer Tibor Csoka nimmt ein Time-Out, will seine Mädels mit einem Spielzug auf den Lucky Punch einschwören. Dieser misslingt vorerst, ers kommt zu einem Freiwurf. Nicole Joksch kommt an den Ball, lässt zwei Sekunden vor dem Ende eine Granate aus neun Metern los, die im Netz einschlägt – 21:20, nach zwölf Niederlagen der erste Saisonsieg für die Eggenburgerinnen.

„Ich bin unheimlich stolz auf die Mädels“, lobte UHC-Trainer Tibor Csoka. „Die Deckung war sehr gut und stand kompakt, aber auch im Angriff haben wir angesichts der vielen Ausfälle gut gespielt.“ Denn die Eggenburgerinnen konnten aufgrund Verletzungen und Krankheiten nur auf insgesamt acht Spielerinnen zurückgreifen.

Wiener Neustadts Obmann Stephen Gibson schmerzte die Niederlage doppelt. Nicht nur, weil aus seiner Sicht ein 20:21 gegen das punktelose Schlusslicht einer Blamage gleichzusetzen ist, sondern auch, weil im Kampf um das WHA-Finale nun wichtige Punkte fehlen. „Die Leistung in der Offensive war einfach schlecht. Wir haben unsere Chancen nicht genutzt“, knirscht Gibson. Da half es auch nicht, dass Torfrau Reka Schneck knapp 50 Prozent der Eggenburger Würfe parierte. Ganz überraschend kam der Wiener Neustädter Ausrutscher freilich nicht, schon in den letzten Jahren patzte man im Waldviertel, Niederlagen inklusive. „Eggenburg ist unser Angstgegner“, seufzte Gibson.