Erstellt am 02. Dezember 2014, 10:50

von Martin Kalchhauser

506 Einsprüche gegen Windpark. Bürgerinitiative motivierte Mitbürger zu 469 Einsprüchen. Bürgermeister Göd: „Nehmen jeden einzelnen ernst!“

Helmut Maierhofer, Peter Hasenberger (von links) und Franz Radaschütz (rechts) von der Bürgerinitiative Sigmundsherberg übergaben Bürgermeister Franz Göd symbolisch 469 Stellungnahmen gegen die geplante Umwidmung der Flächen für den geplanten Windpark Sigmundsherberg. Foto: Martin Kalchhauser  |  NOEN, Martin Kalchhauser
Für die Realisierung des geplanten Windparks Sigmundsherberg muss die entsprechende Fläche in den Katastralgemeinden Kainreith und Walkenstein umgewidmet werden. Bis zur Vorwoche konnten bei der Marktgemeinde dazu „Erinnerungen“ eingebracht werden.

„Werden jede einzelne Eingabe ernst nehmen“

Nicht zuletzt dank der intensiven Informationsarbeit der Bürgerinitiative Sigmundsherberg (BI), die die Errichtung der Anlagen ablehnt, langten 506 solche (negative) Stellungnahmen ein.

Allein 569 solche Stellungnahmen übergaben Vertreter der BI am Freitag, 28. 11., an Bürgermeister Franz Göd.

„Ich gratuliere der Bürgerinitiative zu ihrem Erfolg. Wir werden jede einzelne Eingabe ernst nehmen“, versprach Göd den drei Vertretern, die mit mehreren Büroordnern voller Einsprüche antraten. „Ich habe gemeinsam mit unserer Amtsleiterin Astrid Plessl in nächtelanger Arbeit alle eingegangenen Schriftstücke durchgesehen.“

Viele Stellungnahmen sind nahezu identisch

Ihm sei aufgefallen, dass rund 120 aus der Gemeinde gekommen seien, der Rest von auswärts. „Dass der Protest gut organisiert war, zeigt sich auch daran, dass 344 Stellungnahmen fast gleichlautend sind“, so Göd weiter. „Wenn ich Bedenken habe, verwende ich doch eigene Worte für ein solches Schreiben!“

Teilweise seien auf den Zetteln noch Anmerkungen wie „Name und Datum nicht vergessen!“ gestanden, berichtete der Bürgermeister weiter. Und auf einem Schriftstück sei sogar vermerkt gewesen, dass es einer Person um die „alte Heimat“ gehe – obwohl dieser nicht weggezogen sei und nachweislich seit 50 Jahren (!) in Sigmundsherberg wohne. Göd: „Da haben wohl einige nicht gut gelesen, was sie unterschreiben!“

Helmut Maierhofer, Sprecher der BI, entgegnete dem Gemeindechef, dass es Hilfestellungen gegeben habe: „Viele Windpark-Gegner können halt nicht aus eigenem Antrieb schreiben. Aber die Masse der Einsprüche zeigt den unvermindert großen Protest gegen das Projekt.“

Die Stellungnahmen werden seitens der Marktgemeinde an den Raumplaner Michael Fleischmann weitergeleitet. Mit einer raschen Abwicklung der für die Errichtung der Windkraftanlagen notwendigen Änderung des Flächenwidmungsplanes, der letztlich auch das Land zustimmen muss, ist nicht zu rechnen.