Bahn- und Museumsfest zogen tausende Gäste an. Museum feierte mit Dreitagesfest 30-jährigen Bestand. Über 100 Teilnehmer kamen zum Traktortreffen.

Von Gerhard Baumrucker und Martin Kalchhauser. Erstellt am 29. August 2017 (11:48)

Alljährlich veranstaltet das Waldviertler Eisenbahnmuseum Sigmundsherberg gegen Ferienende sein dreitägiges Fest. Heuer stand es unter dem Motto „30 Jahre Waldviertler Eisenbahnmuseum Sigmundsherberg“. Ein weiterer Programmpunkt war ein Oldtimertreffen „60 Jahre Puch 500“. Seitens der ÖBB konnte Tauruslok „Cobra“ ausführlich besichtigt werden.

Sonderzug musste ohne Dampf auskommen

Ein Sonderzug brachte Besucher aus Wien in die Eisenbahnergemeinde. Allerdings mit einer kleinen Enttäuschung: Wegen der Brandgefahr auf Grund der Dürre kam nämlich eine E-Lok anstelle der Dampflok zum Einsatz. Für die Dampflokfreunde gab es aber Führerstandsmitfahrten auf der museumseigenen Dampflok, die extra angeheizt worden war. Als besonderen Gast begrüßte Museumsobmann Rupert Öhlknecht Vizekanzler Wolfgang Brandstetter. Er ist selbst ein Oldtimer-Fan, plauderte mit den Besitzern der Fahrzeuge, machte eine Führerstandsfahrt mit und dirigierte die Trachtenkapelle Theras, die ebenso ausspielte wie die Eisenbahnerkapelle und das Bürgerkorps Eggenburg.

Buntes Programm bot für alle Gäste etwas

Fahrzeugschau, Museumsbesichtigung, Sonderpostamt, Flohmarkt, Weinverkostung, Infostände und Frühschoppen mit Musik ergänzten das Programm. Am Sonntag fand ein sehr gut besuchtes Traktor- und Lkw-Treffen statt. Am Ausgangspunkt ihrer kleinen Ausfahrt trafen sich die Besitzer der 114 teilweise liebevoll restaurierten Zugmaschinen und eines (einzigen) Lkw-Oldies in Rodingersdorf. Pfarrer Milo Ambros erbat den kirchlichen Segen für Fahrer und Gefährte.

Traktorfahrer genossen Gastlichkeit im Museum

Danach setzte sich der bunte Zug Richtung Museum in Bewegung, wo viele der „Traktoristen“ das Jubiläum mitfeierten und die Gastlichkeit des Museums-Teams rund um Rupert Öhlknecht genossen. Zuvor hatte man besondere Teilnehmer und besondere Fahrzeuge vor den Vorhang gebeten.

Gleich drei Traktoren aus dem Jahr 1948 am Start!

Bei den ältesten Traktoren gab es einen Gleichstand von drei Fahrzeugen, alles aus 1948. Mit ihren betagten, aber klaglos tuckernden Steyr-180-Zugmaschinen kamen Herbert Schmalzbauer, Waitzendorf, Hermann Schwing, Maissau, und Erwin Nader, Brugg, zum großen Fest. An Lebensjahren ältester Teilnehmer war Walter Leutgeb (83) aus Hötzelsdorf, älteste Teilnehmerin, Edeltraud sChleinzer, Walkenstein, wird nächstes Jahr 80. Die Jüngsten waren Ramyond Dastl (18) aus Haugsdorf und Julia Führer aus Maigen (23).

27 Traktorfreunde aus Kainreith-Walkenstein dabei

Die größte Gruppe stellten die Traktorfreunde des USV Kainreith-Walkenstein mit 27 Gefährten. Aus Kattau und Roggendorf waren diesmal 18 Traktoren dabei, aus Kleinhöflein immerhin ebenfals 13. Leo Kirner aus Kalladorf pilotierte den Sieger der Auszeichnung für den besten Originalzustand (Massey Ferguson 165 aus 1968) und siegte knapp vor Josef Kraft aus Limberg (Massey Ferguson 135, Baujahr 1966). Auf Platz drei: Christoph Schellenberger, Limberg, mit einem Steyr 40 aus 1969.

Sieger-Zugmaschinen aus 1968 und 1954

Ebenfalls prämiert wurden die am besten restaurierten Fahrzeuge. Christoph Gerhart aus Missingdorf hatte da mit seinem McCormick aus 1954 die Nase vorn. Franz Wimmers Hofherr-Schranz mit Baujahr 1961 gefiel den Juroren ebenfalls sehr gut. Und am drittmeisten Zuspruch erhielt ein MAN C40A, Naujahr 1954, mit dem Günter Deuschlinger aus Zissersdorf angereist war.

Organisatoren-Team als „Familienbetrieb“

Großes Lob gab es für das Team der Organisatoren des Traktortreffens. Die bereits siebente Auflage managte für die Gastgeber Siegfried Luger, dem Sohn Thomas und Schwiegertochter Margit ebenso zur Hand gingen Tochter Sabine Aufmesser und Enkelsohn Michael. „Es werden jedes Jahr mehr Teilnehmer“, freute sich Luger über das wachsende Interesse an der Veranstaltung, die mit nur 20 Traktoren begonnen hatte.