Tagesbetreuung auch für die ganz Kleinen geplant. Die Marktgemeinde Sigmundsherberg plant eine Tagesbetreuungseinrichtung für Null- bis Sechsjährige und einen dritten Gruppenraum. Baustart soll „so rasch wie möglich“ erfolgen.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 03. Dezember 2019 (12:45)

Die Gemeinde fragte im Sommer bei Eltern nach, ob denn Interesse für eine Kindertagesbetreuung bestehe: Neun von 13 sagten ja, erzählt Bürgermeister Franz Göd. Jetzt startet man mit der Planung durch.

Architekt Reinhard Litschauer, der schon die Kindergärten in Langau oder Pernegg geplant hat, legte einen „futuristischen“ Entwurf in Holzriegelbauweise vor. „Mir gefällt er aber“, lächelt Göd. Zwei Zubauten werden das bestehende Gebäude „flankieren“, im einen ist die Tagesbetreuung für Null- bis Sechsjährige vorgesehen.

46 Kinder: "Wir sind sehr gut ausgelastet"

Der zweite wird Platz für einen dritten Gruppenraum bieten. „Wir haben eine provisorische Kindergartengruppe für Zweieinhalbjährige bis 2019/20 in der früheren Mutterberatungsstelle genehmigt bekommen“, wird die Zusatzgruppe nun zu einer fixen Einrichtung. „Wir sind sehr gut ausgelastet“, freut sich Göd. 46 Kinder betreut das Team auf Nachfrage bei der Leiterin, davon acht Zweieinhalbjährige.

Das bestehende Gebäude wird indes einen größeren Aulabereich erhalten, während das Büro der Leiterin in den neuen Teil wandert und dort zudem ein Aufenthaltsraum fürs Personal entstehen wird. Der Kindergarten wird künftig nicht mehr mit Öl beheizt, sondern „wahrscheinlich mit Pellets“.

Gemeinde verfolgt "straffen Zeitplan"

Die Arbeiten können während des Betriebs starten und setzen sich in den Ferien fort. Errichtet wird zuerst die Tagesbetreuung, dann der Gruppenraum, zum Schluss wird im „Altbau“ innen gewerkt. Ziel sei die Inbetriebnahme im Herbst 2020. „Das ist wirklich ein sehr straffer Zeitplan.“ Der Bürgermeister will so rasch wie möglich starten.

Der Architekt erhebt jetzt die Kosten und setzt den Einreichplan auf. Das Rathaus bereitet den Antrag zur Beschlussfassung im Gemeinderat vor.

Die Marktgemeinde hat am Freitag der Vorwoche über die Pläne informiert. Eltern und Bürger, die an die Familienplanung denken, waren anwesend. Man geht auf ihre Wünsche ein, „zum Beispiel planen wir eine Abstellfläche für Kinderwägen ein oder werden den Eingang mit Rampe oder Aufschüttung barrierefrei gestalten“.

Tagesbetreuung soll flexibel gestaltet sein

„Wir wollen die Tagesbetreuung flexibel gestalten“, schwebt Göd das Modell „Langau“ mit einer Öffnungszeit von 7 bis 18 Uhr vor. Vierteljährlich können Eltern ihren Bedarf (welcher Tag und zu welcher Zeit) bekannt geben. Göd denkt derzeit an einen Stundensatz von 2,50 Euro als Kostenbeitrag.

„Aber wir wollen uns sich absprechen. Es ist zielführend, wenn man eine Bezirkslösung hat und sich auf einem Niveau bewegt“, ergänzt er. „Eine Kostendeckung wird sowieso nicht zusammenbringen können. Aber es ist gut investiertes Geld: Kinder sind unsere Zukunft.“

Kindergarten in Walkenstein bleibt

Übrigens: Die Kommission des Landes NÖ begutachtete mit dem Architekten im Oktober nicht nur den Kindergarten in Sigmundsherberg, sondern auch jenen in Walkenstein. Gerüchte machten sich breit, dass man letzteren Standort schließen wolle. „Das ist überhaupt kein Thema, weil wir dort auch mit vielen Kindern gesegnet sind“, will Göd das ausgeräumt wissen.